Fünfter Liederkreis




1. Gruppe        Lieder an Agni


5,1. An Agni


1. Agni ist durch das Brennholz der Menschen wach geworden in Erwartung der Usas, die wie eine Kuh sich naht. Wie die jüngsten Vögel, die zum Zweig auffliegen, eilen seine Strahlen zum Himmel empor.
2. Der Hotri ist wach geworden, um den Göttern zu opfern. Wohlgemut hat sich Agni in der Frühe aufgerichtet. Die helle Gestalt des Entflammten ist erschienen; der große Gott hat sich aus dem Dunkel freigemacht.
3. Wenn er das Seil der Schar erweckt hat, wird der reine Agni mit reinem Kuhschmalz gesalbt. Dann wird die gewinnbringende Daksina angeschirrt. Aufrecht stehend saugte er mit seinen Zungen durch die Schmalzlöffel an der Ausgestreckten.
4. Dem Agni wenden sich der Frommen Sinne zu wie aller Augen zur Sonne. So oft Usas und die Nacht, die ungleichartigen, gebären, kommt der weiße Renner vor Anbruch der Tage zur Geburt.
5. Denn vor Anbruch der Tage ward das rötliche Leibroß geboren, das auf die gelegten Hölzer lossprengt. In jedes Haus die sieben Kleinode bringend hat Agni, der besser opfernde Hotri, sich an seinen Platz gesetzt.
6. Agni, der besser opfernde Hotri, hat sich niedergelassen im Schoße der Mutter, an der duftenden Stätte, der jugendliche Seher, der sich unter viele verteilt, das Gesetz erfüllend, der Erhalter der Völker und in ihrer Mitte entflammt.
7. Diesen redekundigen, im Opfer tüchtigen Agni berufen sie jetzt unter Verbeugung zum Hotri. Ihn, der Himmel und Erde durchzogen hat mit der Wahrheit, ihn putzen sie mit Schmalz heraus wie ein eigenes Rennpferd.
8. Er, der sich gern putzt, er wird geputzt im eigenen Hause als der Hausherr, von den Sehern gefeiert, uns ein angenehmer Gast. Ein Stier mit tausend Hörnern, dessen Stärke besitzend, bist du allen anderen an Kraft voraus, o Agni.
9. Du, Agni, hast alsbald den Vorrang vor den anderen Göttern, bei jedem, dem du sehr willkommen erschienen bist, als zu ladender, stattlicher, erstrahlender, lieber Gast der menschlichen Stämme.
10. Dir, jüngster Agni, bringen die Völker ihren Zoll von nah und fern. Denk uns dein, des Besten, Wohlwollen zu! Reich uns, Agni, deinen hohen, großen glückbringenden Schirm!
11. Besteige heute, du glanzvoller Agni, deinen glanzvollen Wagen im Verein mit den verehrungswürdigen Göttern. Der Wege kundig fahre durch den weiten Luftraum die Götter hierher zum Opferschmaus!
12. Wir haben dem opferwürdigen Seher ein lobendes Wort gesagt, dem männlichen Bullen. Gavistihira hat unter Verneigung sein Preislied bei Agni angebracht wie die volle Goldscheibe am Himmel.



5,2. An Agni


1. Die jugendliche Mutter trägt heimlich den verhüllten Knaben und gibt ihn nicht dem Vater. Die Leute sehen sein verändertes Antlitz nicht vor sich, das bei dem Rosselenker aufbewahrt ist.
2. Was für einen Knaben trägst du da, o Jugendliche, als Stiefmutter? Die Fürstgemahlin hat ihn erzeugt, denn viele Herbste ist die Leibesfrucht gewachsen. Ich sah den Neugeborenen, als die Mutter ihn zur Welt brachte.
3. Ich sah den Goldzahnigen von reinem Aussehen fern von seiner Flur, wie er die Waffen erprobte. Ich gebe ihm das befreiende Lebenselixier. Was können die mir anhaben, die keinen Indra, keine Lieder kennen?
4. Ich sah ihn von seiner Flur sich entfernen, ich fand seine schöne Herde nicht mehr stattlich aussehend. Nicht haben sie ihn festgehalten, denn jetzt ist er geboren. Die Ergrauten wurden wieder jung.
5. Wer sind die, welche mir das Männchen von den Kühen getrennt haben, die keinen Hirten, auch keinen fremden hatten? Freigeben sollen sie ihn, die ihn festhielten. Er soll die Herde zu uns eintreiben als Kundiger.
6. Den König der Wohnungen, die Heimat der Menschen, ihn haben die Unholdinnen unter den Sterblichen verborgen. Die Beschwörungen des Atri sollen ihn befreien; die Schmäher sollen der Schmähung verfallen.
7. Selbst den Sunahisepa, der um ein Tausend angebunden war, hast du von dem Pfahle losgemacht, denn er war schon für das Opfer hergerichtet. So nimm doch auch von uns die Fesseln, o Agni, kundiger Hotri, dich hier niedersetzend!
8. Denn grollend warst du von mir fortgegangen, so hat mir der Gesetzeshüter unter den Göttern gesagt. Denn der wissende Indra hat dich entdeckt; von ihm zurechtgewiesen bin ich gekommen, Agni.
9. In hohem Licht erstrahlt Agni, er offenbart alle seine Kräfte mit Macht. Er überwindet die gottlosen böswilligen Blendwerke, er wetzt die Hörner, um den bösen Geist aufzuspießen.
10. Und das Getöse des Agni soll zum Himmel dringen, um mit scharfer Waffe den bösen Geist zu töten. Wie im Rausche brechen seine Zornesgluten durch, nicht halten ihn die gottlosen Hindernisse auf.
11. Dies Loblied habe ich, der Redekundige, für dich gezimmert wie der verständige Künstler einen Wagen, o Starkgearteter! Wenn du, Gott Agni, es gern annehmen wirst, so würden wir damit Wasser nebst dem Sonnenlicht gewinnen.
12. "Der Starknackige ausgewachsene Bulle Indra soll das Besitztum des Geldprotzen ohne Widerstand beitreiben", also haben die Unsterblichen zu diesem Agni gesagt. Er soll dem opfernden Menschen Schutz gewähren.


5,3. An Agni


1. Du, Agni, bist Varuna, wenn du geboren wirst, du bist Mitra, wenn entzündet. In dir, du Sohn der Kraft, sind alle Götter; du bist Indra für den opferwilligen Sterblichen.
2. Du bist Aryaman, wenn du der Vertraute der Mädchen bist, du führst diesen Geheimnamen, du Selbstherrlicher. Wie Mitra ein Freund wohlaufgenommen, salben sie dich mit Kuhschmalz, da du die beiden Ehegatten einig machst.
3. Zu deiner Herrlichkeit putzen sich die Marut, wenn deine schöne, wunderbare Geburt stattfindet, o Rudra. Was die höchste Fußspur des Vishnu ist, die er hinterlassen hat, mit dieser wahrest du den geheimen Namen der Kühe.
4. Durch deine, des Schönen, Herrlichkeit, o Gott, mehren und wahren die Götter die Unsterblichkeit. Als des Manu Opferpriester haben den Agni eingesetzt die willfährigen Usij, ihn den Preis des Ayu.
5. Kein Opferpriester vor dir hat besser geopfert, o Agni, keiner steht an Sehergaben höher, du Selbstherrlicher. Und wes Clanes Gast du sein wirst, der wird mit seinem Opfer die anderen Sterblichen überbieten, o Gott.
6. Wir wollen von dir, o Agni, begünstigt, nach Gut strebend, mit Opfer dich heranwachend, wir in dem Wettbewerb bei den täglichen Opfern, wir durch Reichtum, o Sohn der Kraft, die anderen Sterblichen überbieten.
7. Wer auf uns Sünde und Unrecht bringen möchte, auf diesen Verleumder ladet das Übel ab! Schlag nieder, du kundiger Agni, die Beschuldigung des, der uns durch Doppelzüngigkeit schädigt!
8. Dich machten im Aufleuchten dieser Morgenröte die Vorfahren zu ihrem Boten, o Gott; und sie verehrten dich mit Opfergaben, da du, Agni, dorthin kommst, wo sich Reichtümer ansammeln, du der Gott, der von den Sterblichen, von den Göttern entzündet wird.
9. Nimm den Vater in Schutz, wehre kundig die Feinde von ihm ab, der sich als deinen Sohn betrachtet, du Sohn der Kraft! Wann wirst du Achtsamer nach uns sehen, wann, o Agni, als Rechtskundiger Vergeltung üben?
10. Viele Namen gibt dir der Vater lobend, du Guter, wenn du daran Gefallen finden solltest. Gewiß wird Agni durch seine Gottesmacht gern die Gunst der Götter gewinnen, wenn er erstarkt ist.
11. Du allein wirst dem Sänger über alle Fährlichkeiten hinweghelfen, o jüngster Agni. Diebe haben sich gezeigt, falsche Leute; Ränkesüchtige mit unbekannten Absichten sind erschienen.
12. Zu dir sind diese Bittgänge unternommen worden, oder dem Gott ward dieses Unrecht gemeldet. Niemals soll uns dieser Agni der üblen Nachrede noch dem Schädiger preisgeben, der Erstarkte.


5,4. An Agni


1. Zu dir, Agni, pilgere ich, zu dem Herrn der Schätze, du König über die Opfer. Mit dir wollen wir als Preiskämpfer den Preis gewinnen und die Angriffe der Sterblichen bestehen.
2. Agni, der alterlose Opferfahrer, ist unser Vater, bei uns seine Kraft entfaltend, erstrahlend, von schönem Anblick. Bring uns mit deinem Scheine die Genüsse eines guten Hausstandes, teil uns Ehren zu!
3. Den weisen Herrn der menschlichen Clane, den reinen, lauteren, schmalzrückigen Agni, den Allwissenden, habt ihr zum Hotri eingesetzt. Er möge von den Göttern erwünschte Gaben erlangen.
4. Nimm fürlieb mit der Opferspende einverstanden, o Agni, an Glanz mit den Strahlen der Sonne wetteifernd! Nimm mit unserem Brennholz fürlieb, o Jatavedas, und fahre die Götter zum Opferschmaus her!
5. Gern gesehen als Hausherr, als Gast im Hause komm her zu diesem Opfer von uns als Kenner! Alle Angriffe zerschlagend bringe den Wohlstand der Feindseligen her, o Agni!
6. Vertreibe darum mit der Waffe den Dasyu, deinem eigenen Leibe Stärke zulegend. Da du, Sohn der Kraft, den Göttern heraushilfst, so schütze, o Agni, auch uns im Wettstreit, du Mannhaftester!
7. Wir wollen dir, Agni, mit Liedern huldigen, wir mit Opfergaben, du Lauterer von wohltätiger Glut. Bring uns allbegehrten Reichtum zu, verschaff uns alle Güter!
8. Nimm, Agni, mit unserem Opfer fürlieb, Sohn der Kraft, mit unserer Spende, der du drei Stätten hast! Wir möchten vor den Göttern rechtschaffen sein. Schütz uns mit dreifach schirmendem Schutze!
9. Über alle Tiefen, o Jatavedas, über die Fährlichkeiten hilf uns hinüber wie mit dem Schiff über den Strom! Agni, wie von Atri unter Verbeugung gepriesen, sei der Beschützer unserer Leiber!
10. Wenn ich mit dem bloßen Herzen deiner gedenkend, ich der Sterbliche nach dir dem Unsterblichen rufe, so verleih uns, o Jatavedas, Ehre! Durch Kinder möchte ich, Agni, Unsterblichkeit erlangen.
11. Der Fromme, dem du, Agni Jatavedas, seinen Platz angenehm machen willst, der kommt glücklich zu einem Schatz von Rossen, Söhnen, Mannen, Rindern.



5,5. Aprilied


1. Der wohlentzündeten Feuersglut opfert das scharfwirkende Schmalz, dem Agni Jatavedas!
2. Narasamsa, der Unbeirrte, macht dies Opfer schmackhaft, denn er ist der Weise, mit Honig in der Hand.
3. Berufen fahre du, Agni, den prächtigen lieben Indra hierher auf leichtem Wagen zur Gunsterweisung!
4. Weich wie Wolle breite dich aus - die Gesänge sind angestimmt worden - sei uns, du sauberes Barhis zu Gewinn behilflich!
5. Ihr göttlichen Tore, tut euch auf, gut zu betreten, uns zur Gunst! Machet das Opfer recht vollständig!
6. Die schön von Aussehen das Lebensalter mehren, die jüngsten Töchter des Gesetzes, Nacht und Morgen, gehen wir an.
7. Im Flug des Windes kommet, ihr beiden göttlichen Hotri des Manu, berufen zu unserem Opfer!
8. Ila, Sarasvati, Mahi, die drei erfreulichen Göttinnen, sollen sich ohne Verzug auf das Barhis setzen!
9. Komm wohlwollend hierher, o Tvastri, wirksam bei der Aufzucht hilf uns selbst bei jedem Opfer auf!
10. Wo du, Baum, der Götter geheime Namen weißt, dorthin bringe die Opfer!
11. Unter Svaharuf vollziehe ich für Agni, für Varuna, unter Svaharuf für Indra, für die Marut, unter Svaharuf für die Götter das Opfer.


5,6. An Agni


1. Den Agni habe ich im Sinn, der der Gute ist, zu dem die Kühe heimkehren, die raschen Rennpferde heimkehren, die eigenen Sieger heimkehren. - Bring den Sängern gute Speise!
2. Dies ist der Agni, der als der Gute gepriesen wird, um den die Kühe sich sammeln, die schnellaufenden Rennpferde und die hochgeborenen Opferherren. - Bring den Sängern gute Speise!
3. Denn Agni, der allen Völkern angehört, schenkt dem Clan einen Sieger, Agni ein Rennpferd, das zu Reichtum tüchtig ist. Froh geht es auf begehrenswertes Gut aus. - Bring den Sängern gute Speise!
4. Wir möchten, Gott Agni, dein glänzendes, alterloses Feuer entzünden, auf daß dein kostbares Brennholz am Himmel leuchte. - Bring den Sängern gute Speise!
5. Dir, o Agni, wird das Opfer mit einem Vers, du Herr der hellen Glut, schönleuchtender Meister, Stammesherr, Opferfahrer, nur dir geopfert. - Bring den Sängern gute Speise!
6. Diese Feuer haben unter allen Feuern den Vorrang; sie haben alles Begehrenswerte in Fülle. Sie werden angespornt, sie werden getrieben, sie eilen, wie sich´s gehört. - Bring den Sängern gute Speise!
7. Diese deine Flammen, o Agni, die Streitrosse tuen sich mächtig groß, die mit dem Schwung ihrer Hufe die Pferche der Rinder erstampfen. - Bring den Sängern gute Speise!
8. Bring, Agni, uns Sängern neue Speisegenüsse und gute Wohnungen. Wir möchten die sein, die in jedem Haus dich gepriesen haben, indem sie dich zu ihrem Boten machten. - Bring den Sängern gute Speise!
9. Beide Löffel mit Schmelzbutter mischtest du in deinem Munde, du Schönglänzender. Schenke du auch uns voll ein für die Lieder, du Herr der Kraft! - Bring den Sängern gute Speise!
10. So haben sie den alterlosen Agni mit Lobesworten und Opfern richtig gelenkt. Er verleihe uns die Meisterschaft und diesen Besitz rascher Rosse. - Bring den Sängern gute Speise!



5,7. An Agni


1. Ihr Freunde, bringet euer Labsal und Loblied vereint dem Agni, dem Obersten der Völker, dem gewaltigen Kind der Kraft!
2. Über dessen Dabeisein die Männer überall froh sind in der Männersitzung, den selbst die Würdenträger anzünden, den alle Leute erzeugen.
3. Wenn wir die Labungen, die Opfer der Menschen zusammenbringen, dann ergreift auch er Kraft seines Glanzes den Zügel des rechten Brauchs.
4. Er gibt auch des Nachts, dem in der Ferne Weilenden ein Erkennungszeichen, wenn der Helle, der Alterlose die Bäume zerkleinert.
5. In dessen Dienste sie unterwegs Schweiß opfern, sie haben das heimatliche Land wie Reiter die Pferderücken erstiegen.
6. Den Vielbegehrten, den der Sterbliche fand zur Sättigung eines jeden, den Schmackhaftmacher der Speisen, die wahre Heimstätte für den Ayu.
7. Denn die Steppe, das bewohnte Land mäht er wie ein Mäher, recht wie ein grasendes Tier, der mit goldenem Barte, mit blanken Zähnen, ein Ribhu von ungeschwächter Kraft.
8. Dem wie bei Atri die Flamme hervorschießt blank wie eine Axt, ihn hat die Mutter in leichter Geburt geboren, nachdem sie dazu bereit das Liebesglück erlangt hatte.
9. Wer es dir, Agni mit dem Schmalzaufguß, recht macht zur Labung, all den Sterblichen sollst du Glanz und Ruhm und Einsicht verleihen.
10. So habe ich die böse Absicht des Reichen vereitelt: Ich nehme das von dir geschenkte Tier in Besitz. Nun möge Atri die kargen Dasyu´s bezwingen, o Agni; möge Isa die kargen Herren bezwingen.


5,8. An Agni


1. Dich, Agni, haben die Gesetzesliebenden entzündet, dich den Alten die Altvorderen zur Gnade, du Krafterzeugter, den glanzreichen, opferwürdigen, alle labenden, vorzüglichen Gebieter und Hausherrn.
2. Dich, Agni, haben sie eingesetzt, den ersten Gast des Clans, den Hausherrn mit den Flammenhaaren, mit hohem Banner, den vielgestaltigen, Schätze gewinnenden, schutz- und gnadenreichen, der das alte Holz verarbeitet.
3. Dich, Agni, berufen die menschlichen Stämme, den Kenner des Opfers, den Prüfenden, den am meisten Belohnenden, allsichtbaren, auch wenn du versteckt bist, du Holder, den Lautrauschenden, gut Opfernden, Schmalzverschönten.
4. Dir, Agni, dem Ausdauernden, sind wir allezeit mit Preisreden dich preisend unter Verbeugung genaht. Hab an uns deine Freude, o Angiras, wenn entzündet, du der Gott an des Sterblichen ehrender Gabe mit schönem Glanze erglänzend!
5. Du, Agni, der Vielgestaltige, verleihst jedem Clane Lebenskraft wie ehedem, du Vielgepriesener. Du gebeutst durch deine Macht über viele Speisen. Gegen deinen, des Eifernden, glühenden Eifer ist nicht anzukommen.
6. Dich, den Entzündeten, du jüngster Agni, haben die Götter zu ihrem Boten und Opferfahrer gemacht. Den Breitbahnigen, Schmalzgebetteten, mit Schmalz Begossenen haben sie zum funkelnden Auge, das die Gedanken weckt, gemacht.
7. Dich, Agni, den seit langem mit Schmalz Begossenen haben sie um Gunst bittend mit gutem Brennholz angezündet. Erstarkt, durch die Pflanzen groß geworden, verbreitest du dich über die irdischen Bahnen.


5,9. An Agni


1. Dich, Agni, den Gott, berufen die Sterblichen, Opfergaben bringend. Ich erachte dich für den Jatavedas; fahr als solcher die Opferspenden, wie sich's gebührt!
2. Agni ist der Opferpriester des freigebigen Hauses, in dem das Barhis umgelegt wird, um den sich die Opfer und die Belohnungen wetteifernd scharen;
3. Und den das Reibholz wie die Kuh ein Junges neu gebar, den Erhalter der menschlichen Clane, den Agni, der den Gottesdienst gut versieht.
4. Und du bist schwer zu haschen wie das Junge der Vögel, der du viele Hölzer zu verbrennen pflegst, wie das Vieh auf der Weide das Gras abfrißt, o Agni.
5. Dessen qualmende Flammen nun ganz zusammenschlagen; wenn ihn Trita im Himmel anbläst wie der Bläser, so macht er seine Flammen scharf wie in dem Gebläse.
6. Durch deine Gnade will ich, o Agni, und mit Billigung des Mitra wollen wir den Gefahren, die von Sterblichen drohen, wie Feindeabwehrer den Feinden entgehen.
7. Diesen Reichtum ...... bring uns, gewaltiger Agni! Er mache ruhiges Wohnen und Gedeihen. Er helfe zur Gewinnung von Lohn - und sei du uns zur Stärkung in den Kämpfen!


5,10. An Agni


1. Agni! Bring uns mächtigstes Ansehen, du Reicher; bahn uns mit vollzähligem Reichtum den Weg zum Gewinn!
2. Du, o wunderbarer Agni, bist durch die Einsicht und Bereitwilligkeit deines Willens - auf dir ist die Asuramacht erwachsen - durch dein Mitwirken für uns wie Mitra zu verehren.
3. Mehre du, Agni, Haus und Wohlstand dieser unserer gönnerhaften Herren, die durch unsere Loblieder Schätze zum verschenken erlangt haben;
4. Die, o schimmernder Agni, die Loblieder auf dich verschönern, indem sie Rosse schenken, die Herren, mutig an Mut, deren guter Ruf noch höher als selbst der Himmel reicht - er merkt es an sich selbst.
5. Diese Flammen von dir, Agni, die glühenden, gehen ungestüm drauf wie herumfahrende Blitze. Ihr Getöse ist wie das des wettfahrenden Wagens.
6. Nun sei uns, Agni, zur Gnade bereit und zur Beschenkung des inbrünstigen Beters, und unsere freigebigen Patrone sollen nach allen Himmelsrichtungen siegreich vordringen.
7. Bring du, o Angirase Agni, sonst und jetzt gepriesen, Reichtum, der den des Vibhvan noch übertrifft, o Hotri uns Lobsängern, wenn du von uns besungen wirst, und sei uns zur Stärkung in den Kämpfen!


5,11. An Agni


1. Der wachsame Hirt des Volkes ist geboren, der wohlverständige Agni, zu neuer guter Fahrt. Das Schmalzgesicht erstrahlt hell mit hoher, zum Himmel reichender Flamme den Bharata´s, der Reine.
2. Des Opfers Fahne und ersten Bevollmächtigten, den Agni haben die Männer entzündet an dreifachem Sitze. Auf gleichem Wagen mit Indra, mit den Göttern kommend setze er sich auf das Barhis zum Opfern nieder als der umsichtige Hotri.
3. Obwohl nicht gesäubert wirst du von den Müttern doch rein geboren; als der wohlredende Seher des Vivasvat erstandest du. Mit Schmalz zogen sie dich groß, du mit Schmalz begossener Agni. Dein Rauch ward das Banner, das sich gen Himmel reckt.
4. Agni soll sich unseres Opfers richtig annehmen; den Agni verteilen die Männer in jedem Hause. Agni ward der Bote, der Opferfahrer. Wenn sie Agni wählen, erwählen sie einen, der Sehergabe besitzt.
5. Dir, Agni, soll diese süßeste Rede, dir dies Gedicht recht nach dem Herzen sein. Dich erfüllen die Lobreden wie die großen Ströme den Sindhu mit Kraft und stärken dich.
6. Dich, Agni, fanden die Angiras auf, als du verborgen warst, der du in jedem Holze steckst. Du wirst ausgerieben als große Macht geboren. Dich nennen sie den Sohn der Kraft, o Angiras.


5,12. An Agni


1. Dem hohen, opferwürdigen Agni, dem Leitstier der Wahrheit, dem Asura bringe ich ein Gedicht dar, wie das gutgeläuterte Schmalz beim Opfer in seinem Munde, eine Lobrede, die dem Bullen entgegenkommt.
2. Der du die Wahrheit kennst, achte du auf die Wahrheit, öffne die vielen Quellen der Wahrheit! Ich betreibe keine Zauberei mit Gewalttat und Doppelzüngigkeit; ich halte das, was vor dem rötlichen Bullen wahr ist, hoch.
3. Mit welcher Gesinnung wirst du Agni, der aus Wahrheit die Wahrheit liebt, Kenntnis von unserem neuesten Loblied nehmen? Der Gott, der der Hüter der Zeiten ist, kennt mich; ich kenne nicht den Herrn, noch den Gewinner dieses Reichtums.
4. Welche Feßler hast du für den Betrüger, o Agni? Welche glänzenden Schutzgeister werden den Gewinn davontragen? Welche haben Acht auf das Gemächte der Lüge, o Agni? Welche sind die Aufpasser auf die unwahre Rede?
5. Diese Freunde sind dir abhold geworden, o Agni; die lieb waren, sind unlieb geworden. Die haben sich selbst durch ihre Reden geschädigt, die wider den Rechtschaffenen Verleumdungen aussprechen.
6. Wer dir unter Verbeugung das Opfer ankündigt und dem rötlichen Bullen die Wahrheit hoch hält, dem soll ein ausgebreiteter gedeihlicher Wohnsitz zuteil werden und die Nachkommenschaft des in seinen Kindern fortlebenden Nahusa.


5,13. An Agni


1. Preisend rufen wir dich, preisend wollen wir dich entzünden, o Agni, dich zur Gnade preisend.
2. Auf Agni erdenken wir heute ein Loblied, ein gelungenes auf ihn, der bis zum Himmel reicht, auf den Gott, die wir nach Reichtum verlangen.
3. Agni möge an unserer Lobrede Gefallen finden, der der Opferpriester unter den Menschen ist. Er verehre das göttliche Volk.
4. Du, Agni, bist weitbekannt als der beliebte, zu erwählende Opferpriester. Durch dich vollziehen sie das Opfer.
5. Dich, Agni, der am meisten Gewinn einbringt, den Wohlgepriesenen erbauen die Redekundigen. Schenke du uns die Meisterschaft!
6. Agni! Wie die Felge die Speichen so umfängst du die Götter. Ich trage nach ansehnlicher Belohnung Verlangen.


5,14. An Agni


1. Mit Loblied wecke den Agni, den Unsterblichen entzündend! Er bringe unsere Opferspenden zu den Göttern.
2. Ihn berufen zum Gottesdienst die Sterblichen den unsterblichen Gott, der unter dem Menschenvolk am besten opfert.
3. Denn ihn berufen alle, den Gott, mit schmalzträufendem Löffel, den Agni, daß er die Opferspende befördere.
4. Agni erstrahlte eben geboren, die Dasyu´s erschlagend, mit seinem Lichte die Finsternis zerstörend. Er fand die Rinder, die Gewässer, die Sonne.
5. Haltet den Agni, den zu rufenden Seher, den schmalzrückigen, in Ehren! Er soll meinem Ruf gern folgen, ihn erhören.
6. Den Agni haben sie mit Schmalz und wohlbedachten, beredten Lobliedern groß gemacht, den allen Völkern Gehörigen.


5,15. An Agni


1. Dem kundbaren Meister und Seher trage ich eine Rede vor, der wie früher in Ehren steht. Im Schmalz sitzend, der freundliche Asura, der Träger des Reichtums, der Erhalter des Gutes ist Agni.
2. Durch die Wahrheit gründeten sie die Wahrheit als Grundlage auf die Macht des Opfers im höchsten Himmel, die mit den geborenen Söhnen zu den ungeborenen in der Ordnung des Himmels auf festem Grunde sitzenden Herrn gelangt sind.
3. Des Nothelfers Leiber breiten sich aus; große unüberwindliche Kraft ist ihm wie früher. Der Neugeborene würde die Schranken überschreiten. Wie einen zornigen Löwen umstellen sie ihn ringsum.
4. Wenn du, dich ausbreitend, jedermann wie eine Mutter hegst, daß er sich labe und sehe, wenn du immer neue Lebenskraft dir zulegend erwachst, so machst du selbst in verschiedener Gestalt deinen Umlauf.
5. Nun möge die Stärkung das Ende deiner Kraft bewahren, indem sie einen breiten Milchstrom, der der Träger des Reichtums ist, ergießt, o Gott. Der du wie ein Dieb deine Spur verbirgst, du hast jetzt zu großem Reichtum dich offenbarend dem Atri aus der Not herausgeholfen.


5,16. An Agni


1. So singe denn dem göttlichen Licht Agni hohe Lebenskraft zu, dem die Sterblichen mit Lobeserhebungen den Vorsitz gaben wie einem Freunde dem Mitra!
2. Denn er wurde als der Opferpriester der Menschen mit Tagesanbruch erzeugt in den Armen des geschickten Daksa. Agni teilt nach Gebühr das Opfer aus wie Bhaga die Wunschgabe.
3. In seinem Preis, in der Freundschaft des Freigebigen, dessen Glut erstarkt ist, wollen wir bleiben, des lauttönenden Herrn, in dem alle Wesen ihren Ungestüm vereinigt haben.
4. Denn dann wird ihnen die reiche Gabe der Meisterschaft, o Agni. Ihn, den Jüngsten, übertreffen an Ruhm beide Welten nicht.
5. Nun komm zu uns; bring, o Agni, gepriesen wünschenswertes Gut mit! Wir selbst und die Opferherren wollen zusammen Glück erlangen - und sei du uns zur Stärkung in den Kämpfen!


5,17. An Agni


1. Mit Opfersprüchen soll, o Gott, der Sterbliche den so viel Stärkeren zur Gunst, der Puru den Agni zur Gnade anrufen, da ein schönes Opfer bereitet ist.
2. Denn durch seinen Mund kommst du dir noch selbstherrlicher vor, Vidharman - ihn halte ich für den Himmel, den wunderbar Flammenden, erfreulichen, der jenseits aller Vorstellung.
3. Durch seinen Mund fürwahr und seine Flamme, der mit Eifer und Lobrede angeschirrt ward, dessen Flammen hoch lohen wie die Blitze durch den Samen des Himmels.
4. Nach dem Ratschluß dieses klugen Meisters ist Gut auf dem Wagen. Darum wird der zu berufene Agni bei allen Clanen gefeiert.
5. So bring uns nun wünschenswertes Gut - die freigebigen Patrone stimmen mit dem Munde zu. Kind der Kraft! Nimm uns in Schutz zur Überlegenheit. Tu, was du kannst, zum Heil und sei uns in den Kämpfen zur Stärkung!


5,18. An Agni


1. Am Morgen soll Agni, der vielliebe Gast des Clans, besungen werden, der Unsterbliche, der sich an allen Opfern bei den Sterblichen erfreut.
2. Dem Dvita Miriktavahas sei die Gabe eigenen Könnens. Er bekommt als dein Lobsänger, du Unsterblicher, den Somasaft, wie sich's gebührt.
3. Diesen euren Agni, dessen Glut langlebig ist, rufe ich mit einem Lobe auf die freigebigen Herren an, deren Wagen unversehrt davon kommt, du Rosseschenker.
4. Aber die, bei denen die wunderbare Erkenntnis ist, die im Munde die Lieder bewahren, deren Barhis in Svarnara ausgelegt ist, die haben sich mit Ruhm bedeckt.
5. Der freigebigen Herren, die mir fünfzig Rosse geschenkt haben unter einstimmigen Lobe, deren Ruhm mach glänzend, groß, hoch, o Agni, männerreich, du Unsterblicher!


5,19. An Agni


1. Die anderen Umstände kommen zur Geburt. Sein Leib schimmert aus ihrem Leib hervor. Im Schoße der Mutter lugt er aus.
2. Aufmerksam haben sie verschiedene Opfer gebracht; ohne die Augen zu schließen bewachen sie seine Kraft. Sie sind in die feste Burg eingezogen.
3. Die Abkömmlinge des Svaitreya kehren heim; die Stämme wachsen glänzend. Brihaduktha mit dem Goldschmuck am Hals ist durch diesen Met wie ein siegbegehrender Renner.
4. Lieb wie die Milch ist die brünstige Besamung, die unter Geschwistern unerlaubt ist. Wie der Milchtopf trägt er Stärkung im Leibe, unbeschädigt, der Beschädiger vieler.
5. Spielend, o Strahl, mögest du uns beistehen, dich mit dem schnaubenden Winde vereinigend. Diese seine ......... Flammen mögen spitzig wie ........., wohl geschärft sein.


5,20. An Agni


1. Der Reichtum, den du selbst für gut hältst, du gewinnbringendster Agni, den streiche für uns mit Lobesworten bei den Göttern heraus, der zum Ruhm gereicht und treu bleibt.
2. Die an gewaltiger Macht erstarkt deine Feindschaft nicht erregen, o Agni, die halten sich fern von der Feindschaft, der Tücke des Andersgläubigen.
3. Wir erwählen dich, den Kraftwirker, zum Opferpriester, o Agni. Als Ersten bei den Opfern rufen wir unter Lobreden und Bewirtung dich an.
4. Mach es so, daß wir Tag für Tag, du Gewaltiger, zu deiner Gnade, zum Reichtum, zum rechten Werke recht seien, du Einsichtsvoller. Wir wollen mit Kühen froh vereint sein, mit Söhnen froh vereint sein.


5,21. An Agni


1. Wir wollen dich einsetzen, wie Manu es tat; wir wollen dich entflammen, wie Manu es tat. Agni, du Angirase, opfere wie für Manu den Göttern für den Gottergebenen.
2. Denn du, Agni, wirst wohlbefriedigt bei dem Menschenvolk entflammt. Die Schmalzlöffel kommen zu dir, wie sich's gebührt, du Edler, Schmalzgetränkter.
3. Dich haben alle Götter einmütig zu ihrem Boten gemacht; dich in Ehren haltend, o Seher, berufen die Menschen dich, den Gott, bei ihren Opfern.
4. Euren Gott Agni soll der Sterbliche gottesdienstlich berufen. Entzündet leuchte, du Heller! Du hast dich in den Schoß des rechten Werks gesetzt, du hast dich in den Schoß der Nahrung gesetzt.


5,22. An Agni


1. Stimme, o Visvasaman, wie Atri ein Preislied auf den Hellflammigen an, der als der wohlredendste Opferpriester im Clan bei den Opfern zu berufen ist.
2. Setzet den Agni Jatavedas ein als göttlichen Opferpriester! Das Opfer soll heute richtig vor sich gehen, das recht viele Götter umfaßt.
3. Indem wir Sterbliche dich, den Gott mit achtsamem Sinne, um Gunst angehen, haben wir an deine vorzügliche Gnade gedacht.
4. Agni! Achte darauf, auf diese Rede von uns, du Gewaltiger! Dich erbauen die Atri´s mit Preisliedern, du schönzahniger Hausherr, verschönen die Atri´s mit Lobreden.


5,23. An Agni


1. Agni! Bring Reichtum ein, der durch die Übermacht seines Glanzes überwältigend ist, der über alle Völker durch den Mund des Sängers in den Kämpfen das Übergewicht haben soll.
2. Diesen in den Kämpfen übermächtigen Reichtum bring ein, du übermächtiger Agni, denn du bist der wahre wunderbare Geber von Gewinn an Rindern.
3. Denn alle Leute, die das Barhis herumlegen, ersuchen dich einmütig um viele begehrenswerte Dinge, dich den in den Wohnsitzen beliebten Hotri.
4. Denn er, der Freund aller Leute, besitzt die Feinde besiegende Stärke. Agni! In diesen Häusern schein uns reichlich, du Heller, scheine glanzvoll, du Reiner!


5,24. An Agni


1. Agni! Sei du unser Vertrauter und freundlicher schirmhafter Schützer!
2. Gut ist Agni, von gutem Rufe. Komm herbei, schenk uns glänzendsten Reichtum!
3. Acht auf uns, erhöre den Ruf, befreie uns von jeglichem Böswilligen!
4. So bitten wir dich, du Glühendster, Glanzvoller, jetzt um Wohlwollen für uns Freunde.


5,25. An Agni


1. Den Gott Agni will ich euch zur Gnade herbeisingen; er ist unser guter Gott. Der Sohn der Morgenstrahlen möge schenken, der Wahrhafte möge über die Anfeindungen hinüberhelfen.
2. Denn er ist der Wahrhaftige, den auch unsere Vorfahren, den auch die Götter entzündet haben als den Opferpriester mit wohlklingender Zunge, der durch seine schönen Strahlen glanzreich ist.
3. So sollst du uns mit bester Absicht und mit schönstem Wohlwollen, o Agni, Reichtümer erstrahlen, du mit Lobliedern zu Erwählender!
4. Agni herrscht bei den Göttern, Agni bei den Sterblichen, zu ihnen einziehend. Agni ist unser Opferfahrer. Den Agni haltet mit frommen Gedanken in Ehren!
5. Agni schenkt dem Opferwilligen einen sehr berühmten, der heiligen Rede mächtigen, vortrefflichen, unübertroffenen Sohn der den Ruhm seines Herrn verkündet.
6. Agni gibt einen rechtmäßigen Herrn, der mit seinen Mannen im Kampf siegreich ist, Agni ein schnell laufendes Rennpferd, einen unbesiegten Sieger.
7. Singe dem Agni ein hohes Lied, das am meisten Zugkraft hat, o Vibhavasu. Von dir geht Reichtum aus, groß wie eine Büffelkuh, von dir die Siegerpreise.
8. Glänzend sind deine Strahlen; sie tönen laut wie der Preßstein, und dein Brausen erhebt sich leibhaftig wie der Donner des Himmels.
9. Also haben wir Gutes begehrend den überlegenen Agni gerühmt. Er möge uns über alle Anfeindungen hinüberhelfen wie mit einem Schiff, der Einsichtsvolle.


5,26. An Agni


1. Gott Agni, du Heller, bring mit deinem Glanze, mit deiner wohlklingenden Zunge die Götter her und opfere ihnen!
2. Dich, den Sonnenäugigen mit Schmalz auf dem Rücken bitten wir, du prächtig Strahlender: Bring die Götter her zum Genuß der Opfer!
3. Dich, den Opfereifrigen, den Glanzvollen wollen wir entflammen, du Seher, dich den Hohen beim Opfer, o Agni.
4. Agni, Komm mit allen Göttern zur Opferverteilung; wir erwählen dich zum Hotri.
5. Dem Opfernden, dem Somabereitenden bring, o Agni, die Meisterschaft! Setz dich mit den Göttern auf das Barhis!
6. Wenn du Tausendgewinner Agni entzündet wirst, so förderst du die heiligen Bräuche als preiswürdiger Bote der Götter.
7. Setzet den Agni Jatavedas ein, den Opferfahrer, den Jüngsten, den göttlichen Opferpriester!
8. Das Opfer soll heute richtig vor sich gehen, das recht viele Götter umfaßt. Leget das Barhis zum Sitzen aus!
9. Auf dieses sollen sich die Marut, die Asvin, Mitra, Varuna setzen, die Götter mit vollzähliger Gemeinde.


5,27. An Agni


1. Der rechtmäßige Herr hat mir zwei Rinder samt Karren geschenkt, der Gebieter, der ausgezeichneter als jeder andere freigebige Patron ist. Tryaruna, der Sohn des Trivrisan, hat sich durch Zehntausend ausgezeichnet, o Agni Vaisvanara;
2. Der mir hundert und zwanzig Rinder und ein Falbengespann schenkt, das gut im Joch geht: dem Tryaruna gewähre Schutz, o Agni Vaisvanara, wenn du schön gepriesen groß geworden bist.
3. So auch der Trasadasyusproß, der zum neunten Male für das neueste Werk deine Gunst begehrt, o Agni: Tryaruna, der meine, des Vielartigen, viele Lobreden mit einem Gespann belohnt.
4. Der meinem Lohnherrn Asvamedha also sagen möge, er solle dem, der mit Versen auf Verdienst ausgeht, schenken; er solle dem, der die Dichtergabe richtig gebraucht, schenken.
5. Dessen hundert gefleckte Stiere, des Asvamedha Geschenke, mich entzücken wie dreifach gemischter Soma.
6. Indra und Agni! Erhaltet bei Asvamedha, dem Hundertschenker, die Meisterschaft, die Herrschaft so hoch wie die Sonne am Himmel, nie alternd!


5,28. An Agni


1. Entflammt hat Agni seine Glut gen Himmel gerichtet; der Morgenröte zugewandt erstrahlte er weithin. Allbegehrt, die Götter ladend, geht der Schmalzlöffel vorwärts ostwärts mit der Opfergabe unter Verbeugungen.
2. Entflammt bist du Herr der Unsterblichkeit. Den, welcher das Opfer bereitet, geleitest du zum Glück. Der erwirbt allen Besitz, den du antreibst, und er setzt dir, Agni, ein Gastgeschenk vor.
3. Agni, sei stark zu großem Glücke, dein Glanz soll der höchste sein! Bring eine Haushaltung zustande, die leicht zu lenken ist; überbiete die Herrlichkeiten der Feindseligen!
4. Agni! Ich lobe deine, des Erhabenen, Schönheit, wenn du entflammt bist. Du bist ein glänzender Bulle; bei den Opfern wirst du entflammt.
5. Entflammt, o Agni, mit Schmalz begossen sollst du die Götter verehren, du Wohlopfernder, denn du bist der Opferfahrer.
6. Opfert ihm, ehret Agni, wenn das Opfer vor sich geht; erwählet ihn zum Opferfahrer!







2. Gruppe        Lieder an Indra


5,29. An Indra


1. Aryaman erhält die drei Sitze bei dem Gottesdienst des Menschen, die Aditya´serhalten die drei himmlischen Lichträume. Dich preisen die Marut von lauterem Wollen; du, Indra, bist ihr weiser Rishi.
2. Als die Marut dem trankbegeisterten Indra zusangen, der vom Soma getrunken hatte, da faßte er die Keule, als er den Drachen erschlug. Er ließ die jüngstgeborenen Gewässer frei zum Laufen.
3. Auch von dem meinigen, von dem wohlgepreßten Soma soll Indra trinken, ihr erbaulich redenden Marut, denn diese Opferspende fand für die Manu die Rinder. Indra erschlug den Drachen, nachdem er davon getrunken hatte.
4. Dann stemmte er beide Welten weiter auseinander. Obwohl er sich vermummte, brachte er das wilde Tier in Furcht. Den Verschlinger, den fauchenden Danava schlug Indra zum Schlag ausholend zurück und nieder.
5. Da gestanden dir alle Götter nach Wunsch den Somatrunk zu, du Gabenreicher, als du des Surya fliegende Falbinnen, die voraus waren, unter Etasa ins Hintertreffen brachtest.
6. Als der Gabenreiche dessen neunundneunzig Windungen auf einmal mit der Keule zerhieb, da besingen die Marut den Indra auf der Stelle. Durch die Tristubhrede trieb er den Himmel in die Enge.
7. Der Freund Agni kochte dem Freund sogleich nach dessen Wunsch dreihundert Büffel. Indra trank den gepreßten Soma des Manu, drei Seen auf einmal aus zur Vritratötung.
8. Als er das Fleisch von dreihundert Büffeln gegessen, als der Gabenreiche drei Seen voll Soma getrunken hatte, da riefen die Götter dem Indra "Sieg" zu, wie man "Gewinn" zuruft, als er den Drachen erschlagen hatte.
9. Als ihr beide, Kutsa und du, Indra, mit den gewaltigen raschen Rossen zu Usanas Haus kamt, da kamst du der Überwinder auf gleichem Wagen mit Kutsa, mit den Göttern. Du hattest den Susna überwunden.
10. Das eine Rad der Sonne rissest du ab, für Kutsa ließest du das andere heil davonkommen. Du zerschmettertest die mundlosen Dasyu´s mit der Waffe, du warfst die Mißredenden ins Grab.
11. Die Loblieder des Gauriviti erbauten dich; du unterwarfst den Pipru dem Vaidathina. Rijisvan hatte dich zur Freundschaft gewonnen, indem er Kochspeise kochte. Du trankst seinen Soma.
12. Die Navagva´s, die Dasagva´s haben Soma gepreßt und besingen den Indra mit Gesängen. Den Rinderpferch, obwohl verschlossen, brachen trotzdem die Männer auf, nachdem sie den Opferdienst versehen hatten.
13. Wie kann ich dir jetzt dienen, der ich die Heldentaten kenne, die du, Gabenreicher, getan hast? Auch die neuen, die du noch tun wirst, du Gewaltigster, die wollen wir von dir in weiser Rede verkünden.
14. Nachdem du, Indra, diese vielen Taten getan hast, schon bei der Geburt an Heldenkraft unerreicht, gibt es keinen, der deiner Kraft wehren wird, was du auch wagemutig noch tun wirst, du Keulenträger.
15. Indra, erfreue dich an den bereiteten Erbauungen, die wir dir aufs neue bereitet haben, du Gewaltigster! Wie schöne Kleider wohlgearbeitet habe ich sie, Gut wünschend, wie ein kunstfertiger Meister einen Wagen gezimmert.


5,30. An Indra


1. Wo ist der Held, wer sah den Indra auf leichtem Wagen mit den Falben fahren, der nach einem sucht, der mit Reichtum Soma auspreßt, und zu solchem Hause gnädig kommt, der viel gerufene Keulenträger?
2. Ich hatte seine Fährte heimlich erspäht; ich folgte suchend der gewaltigen Fährte des, der sie hinterläßt. Ich fragte andere, und die sagten mir, wir könnten den Indra antreffen, wenn wir früh wach sind.
3. Nun wollen wir bei Soma deine Taten verkünden, o Indra, die du von uns gern hören wirst. Es soll sie der Unkundige kennen lernen und der Kundige soll zuhören: Da fährt der Gabenreiche in voller Wehr!
4. Sobald du geboren wurdest, hast du deinen Sinn gestählt, o Indra. Du verlangst ganz allein sogar eine Überzahl zu bekämpfen. Auch die Felshöhle hast du mit Gewalt erbrochen; du fandest die Höhle der rötlichen Kühe.
5. Als du, der weitaus Höchste, geboren wurdest, deinen rühmlichen Namen in die Ferne tragend, von da ab fürchteten sich auch die Götter vor Indra. Alle Gewässer eroberte er, deren Herr Gemahl der Dasa war.
6. Dir singen diese befreundeten Marut den Preisgesang, sie pressen den Somatrank: Den strahlenden Drachen, der die Gewässer belagerte, den listigen, soll Indra mit List überwinden.
7. Du zersprengtest gleich bei deiner Geburt die Verächter völlig, der Freigebigkeit ihren Lauf lassend, wenn du dich der Kuh erfreust, o Gabenreicher. Das war damals als du das Haupt des Dasa Namuci ins Rollen brachtest, für Manu die freie Bahn suchend.
8. "Du hast mich ja zu deinem Verbündeten gemacht" - aber du, Indra, hast das Haupt des Dasa Namuci wirbelnd ins Rollen gebracht, das wie ein sausender Fels rollte. Himmel und Erde rollten es wie Räder den Marut zu.
9. Der Dasa hatte nämlich Weiber zu seinen Waffen gemacht - "Was können mir seine schwächlichen Wehren anhaben?" So sprach Indra, denn er hatte darunter seine zwei Frauenbrüste entdeckt. Darauf ging Indra vor, um den Dasyu zu bekämpfen.
10. Die Kühe brüllten da von allen Seiten zusammen, da sie hier und dort von ihren Kälbern getrennt waren. Indra mit seinen Hilfstruppen brachte sie wieder zusammen, als ihn die wohlgepreßten Somatränke berauscht hatten.
11. Als die von Babhru angerührten Somatränke ihn berauscht hatten, da brüllte der Stier auf den Göttersitzen. Nachdem der Burgenbrecher Indra davon getrunken hatte, gab er von den rötlichen Kühen welche zurück.
12. Das haben die Rusama´s gut gemacht, o Agni, die viertausend Kühe schenkten. Die überreichen Gaben des Rini?caya haben wir in Empfang genommen, des mannhaftesten der Männer.
13. Reich geschmückt entlassen mich die Rusama´s mit Tausenden von Kühen nach Hause, o Agni. Die scharfen Somatränke haben Indra berauscht, als zur Zeit der Entscheidung die Nacht hell wurde.
14. Die Nacht, die die entscheidende war, wurde bei Riamicaya, dem König der Rusama´s hell. Wie ein siegreiches, rasches Rennpferd, wenn es zum Wettkampf getrieben wird, hat Babhru Viertausend gewonnen.
15. Viertausend Stück Rindvieh haben wir von den Rusama´s empfangen, o Agni. Auch den eisernen Kessel, der zum Sieden der Pravargyamilch erhitzt wurde, haben wir Redekundigen mitbekommen.


5,31. An Indra


1. Indra, der Gabenreiche, verschafft dem wetteifernden Wagen, den er bestiegen hat, den Vorsprung. Er mustert die Wagen wie der Hirt die Viehherden. Unbeschädigt fährt er an der Spitze als erster Preiskämpfer.
2. Komm eilig her, du Falbenlenker, wende dich nicht ab, halte zu uns, du Schenker von Gold! Denn nicht gibt es ein anderes Heil außer dir, Indra. Auch die Unbeweibten hast du beweibt gemacht.
3. Sobald seine Kraft aus der Kraft geboren war, zeigte Indra alle seine Indrakräfte. Er trieb die gutmelken Kühe im Versteck vorwärts. Die zusammengerollte Finsternis deckte er mit dem Lichte auf.
4. Die Anu´s zimmerten dir für das Roß den Wagen; Tvastri die glänzende Keule, du Vielgerufener. Die erbaulich Redenden feierten Indra mit Lobgesängen; sie bestärkten ihn, den Drachen zu erlegen.
5. Als dir, dem Bullen, die Bullen, o Indra, den Lobgesang anstimmten, da waren die Preßsteine, die Aditi einverstanden, welche Steine wie Radschienen von Indra entsandt, ohne Roß und Wagen auf die Dasyu´s losgingen.
6. Deine früheren Taten will ich verkünden, deine neuesten, die du Gabenreicher getan hast, daß du Mächtiger beide Welthälften trenntest, die Gewässer für Manu erobernd, die durch ihre Gaben glänzen.
7. Das war fürwahr dein Werk, du redekundiger Meister, daß du den Drachen erlegend an ihm deine Stärke gemessen hast. Selbst des Susna Zaubereien hast du erfaßt; den Vorsprung gewinnend hast du die Dasyu´s abgewehrt.
8. Du stautest die angeschwollenen Gewässer für Yadu und Turvasa und warst ihr Hinübersetzer, Indra. Ihr beide ginget zu dem Gewaltigen. Du fuhrest den Kutsa, als euch beide die Götter mit Usanas zusammengebracht hatten.
9. "Indra und Kutsa! Wenn ihr auf dem Wagen fahret, so sollen eure Pferde dicht an das Ohr heranfahren. Ihr blaset ihn von den Gewässern, von seinem Standort weg. Aus dem Herzen des reichen Gönners verbannet ihr die Finsternis."
10. "Lenke die Gespanne des Vata, wie gutgeschirrte Rosse; sogar dieser Seher ist schutzsuchend gekommen." Alle Marut waren dabei deine Genossen; ihre erbaulichen Zusprüche stärkten deine Kraft Indra.
11. Auch den Wagen der Sonne, der vorausgeeilt war, brachte er im entscheidenden Augenblick ins Hintertreffen. Etasa trug das Rad davon; er stellt es her. Wenn er ihn an die Spitze bringt, wird er unsere Absicht erreichen.
12. Dieser Indra ist zum Beschauen gekommen, ihr Leute, da er einen Freund sucht, der Soma auspreßt. Der plappernde Stein soll auf die Vedi gesetzt werden, dessen Bewegung die Adhvaryu´s besorgen.
13. Unsterblicher, die Sterblichen, die dir angenehm sind, sollen auch künftig angenehm sein. Nicht sollen diese in Not geraten. Begünstige die Opferer und leih deine Kraft solchen Leuten, unter denen wir sein möchten!


5,32. An Indra


1. Du brachst den Quell auf, ließest die Kanäle strömen; du beruhigtest die geplagten Fluten. Als du den großen Berg aufschlossest, Indra, da ließest du die Ströme laufen; den Danava schlugst du nieder.
2. Du ließest die von ihren Zeiten geplagten Quellen, das Euter des Berges laufen, du Keulenträger. Als du Gewaltiger sogar den Drachen erlegtest, der nachlässig dalag, da hattest du Indra deine Stärke angelegt.
3. Selbst jenes großen Tieres Waffe schlug Indra mit aller Kraft weg, das sich allein ohne ebenbürtigen Gegner glaubte. Da war ein anderer Stärkerer als er entstanden.
4. Selbst den Sohn des Nebels, der in ihrem Lebenselement schwelgte, den stark Wachsenden, im Dunklen Wandelnden, den Rachegeist des Danava, den Susna, schlug wie ein Bulle angreifend der Keulenträger mit der Keule nieder.
5. Selbst diesen, da er infolge seiner Absichten sich niedergeduckt hatte, erschlug er; er fand seine, des Unverwundbaren, verwundbare Stelle, als du trefflicher Herrscher, nach der Darbringung des Rauschtrankes, den Kampfbegierigen in das Dunkel, in das feste Haus brachtest.
6. Selbst jenen, der so ...... dalag, der im sonnenlosen Dunkel groß geworden war, selbst den hat der Bulle Indra von Somasaft berauscht, hoch ausholend erschlagen.
7. Als Indra gegen den großen Danava die Waffe erhob, seine unwiderstehliche Stärke, als er ihn im Schlag mit der Keule überlistete, da machte er ihn zum Untersten der ganzen Kreatur.
8. Selbst den, der die Flut, die Süßigkeit trinkend dalag, den hinunterschlingenden Schlund packte mächtig der Gewaltige. Den fußlosen Atra warf er mit seiner großen Waffe in das Grab, den Mißredenden.
9. Wer vermöchte seinen Ungestüm, seine Kraft aufzuhalten? Der Unwiderstehliche trägt allein die Kampfpreise davon. Selbst diese beiden Göttinnen, Himmel und Erde, weichen aus Furcht vor seinem Anlauf, vor Indra´s Stärke.
10. Ihm beugt sich die Göttin Eigenkraft, dem Indra hat sich die freie Bahn zu eigen gegeben wie die verliebte Frau dem Manne. Wenn er sie seine ganze Stärke fühlen läßt, so unterwerfen sich die Völker dem Selbstherrlichen.
11. Ich höre, daß du allein als der rechtmäßige Herr über die fünf Völker geboren bist, geehrt unter den Völkern. Ihn haben meine Wünsche aufs neue festgehalten, die abends und morgens nach Indra rufen.
12. Denn also höre ich, daß du pünktlich vergiltst, indem du den Redekundigen Geschenke gibst. Sollen deine Hohenpriester, die Freunde betteln, die auf dich, Indra, ihren Wunsch gesetzt haben?


5,33. An Indra


1. Ein großes Lied ersinne ich auf den Großen, Starken unter den Männern, auf Indra, ich der Schwächere, auf den so Starken, der vor allem Volke gepriesen im Wettbewerb umworben bei der Lohngewinnung diesem Sänger seine Gunst zugedacht hat.
2. Durch unsere Preislieder aufmerksam geworden, hast du nun, o Bulle Indra, deinen Falben den Strang angelegt. Komm hierher, du Freigebiger, nach deinem Wohlgefallen; fahre her, werde mit den vornehmen Nebenbuhlern, den anderen Leuten fertig!
3. Da diese deine Falben von uns aus nicht ungeschirrt sein sollen aus Mangel an erbaulicher Rede, o reckenhafter Indra, so besteig diesen Wagen, mit der Keule in der Hand, zieh den Zügel an, o Gott, mit guten Rossen fahrend!
4. Viel ist, was deine Preislieder sind, o Indra, was du für die Kuh getan hast, um die Fluren kämpfend. Er beschnitt sogar der Sonne ihren Namen im eigenen Hause, in den Kämpfen beschnitt der Bulle auch des Dasa Namen.
5. Wir hier und die Herren sind als deine Heerschar geboren, o Indra, und die ausfahrenden Wagen. Uns möge, du Schlangenwütiger, ein Krieger kommen, wie Bhaga anzurufen, willkommen bei den Unternehmungen.
6. Denn an dir, Indra, soll man die Kraft stärken, wenn der Unsterbliche seine Mannestaten aufführt. Gib du, Schätzeherr, uns buntfarbigen Reichtum! Die Gabe des freigebigen hohen Herrn will ich laut preisen.
7. So begnade uns, Indra, mit deinen Gnaden; schütze, du Held, die lobsingenden Dichter, und stelle die zufrieden, die bei der Auslohnung das Fell des wohlgepreßten, willkommenen Süßtrankes verschenken.
8. Und mich sollen diese von dem freigebigen Patron Trasadasyu, dem Purukutsasohn geschenkten goldgeschmückten Rosse fahren; es sollen mich seine zehn Rotschimmel fahren. Ich stimme mit den Absichten des Gairiksita überein.
9. Und diese Rotfüchse des Marutasvasohnes, die mit Bedacht geschenkten unter der Ehrengabe des Vidatha sollen mich fahren. Cyavatana, der mir Tausende schenkte, der Herr sang den Schluß gleichsam zur Verschönerung.
10. Und diese willkommenen, glänzenden, Schritt haltenden Rosse des Dhvanya Lak?manya, die geschenkten, kommen mit seiner Fülle von Reichtum wie die Kühe in den Pferch des Rishi Samvarana.


5,34. An Indra


1. Dem Meister, der keinen ebenbürtigen Gegner hat, folgt die alterlose himmlische unermessene Selbstherrlichkeit. Presset, kochet für ihn, den die erbauliche Rede anzieht. Dem Vielgepriesenen setzet recht viel vor!
2. Der Freigebige, der sich mit Soma den Bauch gefüllt hatte und sich am süßen Trank berauschte, als Usanas, der die großen Waffen hat, ihm die Waffe mit tausend Zacken reichte, um das Tier zu erlegen.
3. Wer ihm bei Sonnenglut oder wer bei Nachtkühle Soma preßt, der wird fürwahr glorreich. Der Mächtige, Freigebige streift dem, der ein falscher Freund ist, den am Leibe glänzenden ........ ganz ab.
4. Der Mächtige geht dem nicht aus dem Wege, dessen Vater, dessen Mutter, dessen Bruder er erschlagen hat. Er fordert sogar noch Geschenke von ihm, wenn er einen Vergleich macht. Er scheut vor keinem Unrecht zurück, der Verschenker des Gutes.
5. Er wünscht nicht mit Fünfen, mit Zehnen sich zu verbünden, nicht hält er es mit dem Nichtpressenden, auch nicht wenn der in Fülle hat. Er raubt nur so oder erschlägt lärmend. Dem Gottergebenen gibt er Anteil an der Rinderherde.
6. Kraftvoll im Kampfe, das Rad aufhaltend, des Nichtpressers Widersacher, der Stärker des Pressenden, eines jeden schreckbringender Bezwinger führt Indra, der Arier, den Dasa, wie er will.
7. Er treibt den Wohlstand des Geizigen zusammen, um ihn zu rauben, und teilt dem Opferwilligen herrliches Gut zu. Nicht einmal in einer Bergfeste hält sich sogar ein ganzer Volksstamm lange, der seine Stärke gereizt hat.
8. Wenn der freigebige Indra erfahren hat, daß zwei reiche Volksstämme vollständig gerüstet sind zum Kampf um schmucke Kühe, da verbündet sich nämlich der Schreckensverbreiter mit dem einen und er treibt die Rinderherde des anderen mit den Kriegern lärmend aus der Hürde heraus.
9. Den Tausendschenker Satri, des Agnivesa´ Sohn will ich feiern, o Agni, das Vorbild und die Leuchte eines hohen Herrn. Für ihn sollen die Gewässer ununterbrochen anschwellen, bei ihm soll die mächtige, furchtgebietende Herrschaft verbleiben.


5,35. An Indra


1. Was deine beste Absicht zu helfen ist, die bring mit für uns, die völkerbezwingende, gewinnende, in den Kämpfen unüberwindliche, o Indra!
2. Ob du Held Indra vier oder drei Völkern helfen sollst, ob du fünf Völkern Beistand bringst, bring doch ja uns diesen Beistand!
3. Deinen, des Bullenhaftesten, begehrenswerten Beistand rufen wir an, denn du wardst mit der Sprungkraft des Bullen an Kräften überlegen geboren, o Indra.
4. Denn du bist ein Bulle, zur Freigebigkeit geboren; dein ist die Stärke des Bullen. Frei schaltet dein kühner Sinn; mit einem Male tötet deine Manneskraft, o Indra.
5. Indra, du Herr des Preßsteins, überfahre den feindseligen Sterblichen mit ganzem Wagenzug, du ratreicher Herr der Stärke!
6. Dich, du Feindetöter, rufen die Menschen bei umgelegtem Barhis, den Gewaltigen als ersten in den vielen Kämpfen zum Siegesgewinn.
7. Indra, unseren Wagen begünstige, den schwer zu überholenden, in den Kämpfen voranfahrenden, um jeden Siegerpreis mitfahrenden, wettlaufenden.
8. Indra, komm zu uns, begünstige unseren Wagen mit der Purandhi! Wir wollen heute vorzüglichen Ruhm gewinnen, o Mächtigster, heute ein Loblied ersinnen.


5,36. An Indra


1. Dieser Indra soll kommen, der Schätze zu schenken weiß und sich aufs Verschenken von Reichtümern versteht. Durstig wie ein in der Wüste wandernder Büffel soll er begierig den gemolkenen Stengel trinken.
2. Deine Backen, o tapferer Falbenherr, deine geöffneten Lippen soll der Somatrunk besteigen wie die Somapflanze den Rücken des Berges. Wir alle wollen dich mit Lobesworten ermuntern wie ein Treiber die Rennpferde, du vielgerufener König.
3. Wie ein gedrehtes Rad zittert mein Sinn aus Furcht vor der geistigen Armut, du vielgerufener Herr des Preßsteins. Gewiß wird dich Puruvasu als Sänger vom Wagen aus preisen, du stets fördernder Gabenreicher.
4. Dein Sänger hier erhebt wie der Preßstein seine Stimme laut, sich ereifernd, o Indra. Spende mit der Linken, o Gabenreicher, Reichtümer, spende rechts, du Falbenlenker! Wende deinen Blick nicht ab!
5. Der bullenhafte Himmel soll dich, den Bullen, stärken. Als Bulle fährst du mit den bullengleichen Falben. Du bist unser Bulle mit dem Bullenwagen, du Schönlippiger. Du Bullenmutiger verhilf uns als Bulle zur Beute, O Keulenträger!
6. Vor diesem jugendlichen Srutaratha sollen sich die Stämme ehrerbietig verneigen, ihr Marut, der reichbelohnend zwei siegreiche Rotfüchse von dreihundert Kühen begleitet uns bestimmt hat.


5,37. An Indra


1. Agni wetteifert mit dem Glanze der Sonne, mit Schmalz begossen, Schmalz auf dem Rücken, schön von Bewegung. Dem mögen ohne Fehl die Morgenröten aufleuchten, der also spricht: "Wir wollen für Indra Soma pressen."
2. Bei entflammtem Feuer und ausgelegtem Barhis soll der Opfernde den Vorrang gewinnen, die Preßsteine handhabend und Soma auspressend soll er früh wach sein. Während dessen Preßsteine eifrig klappern, soll der Adhvaryu mit der Opferspende zum Fluß hinabgehen.
3. Diese junge Frau geht, um sich einen Gatten zu suchen, der die Eifrige als erste Gemahlin heimführen soll. Sein Wagen soll die Ruhmesfahrt hierher machen und herandonnern, viele tausend Meilen soll er zurücklegen.
4. Der König kommt nicht zu Fall, bei welchem Indra den scharfen milchgesellten Soma trinkt. Er macht mit seinen Kriegern Beute, schlägt den Feind; er bleibt in seinen Sitzen, wird ein Glücklicher genannt, gedeiht.
5. Er möge im Freien gedeihen, bei einem Kriegsunternehmen die Oberhand behalten, zwei zusammenstoßende Heere miteinander besiegen, lieb dem Surya, lieb dem Agni sein, wer Indra mit ausgepreßtem Soma aufwartet.


5,38. An Indra


1. Reichlich ist die Gabe deiner ausgedehnten Freigebigkeit, du ratreicher Indra. Darum spende uns Herrlichkeiten, allbekannter guter Herrscher!
2. Was du auch Rühmliches, was an Speisegenuß du Mächtigster einbrachtest, das breitet sich noch aus, weithin berühmt, unübertroffen, du Goldfarbiger.
3. Deine Kräfte, o Herr des Preßsteins, die bereitwillig deiner Absicht willfahren, bringen beide Götter zur Übermacht. Ihr beide regieret über Himmel und Erde.
4. Und von welcher deiner Geisteskraft es auch sei, o Vritratöter, bring uns Mut; uns bist du wie ein Mann gesinnt.
5. Nun möchten wir durch diese deine überlegenen Kräfte unter deinem Schirm, du ratreicher Indra, wohlgeschützt sein, o Held, wohlgeschützt sein.


5,39. An Indra


1. Die Gabe, die freigebig von dir zugeteilt wird, o wunderbarer Herr des Preßsteins Indra, die bring uns mit beiden Händen, du Gutfinder!
2. Die du für die vorzüglichste hältst, o Indra, die himmlische Gabe bring uns! Als solchen möchten wir dich kennen lernen, der ein Ozean zum Schenken ist.
3. Was dein schenklustiger, leicht zu gewinnender, berühmter hoher Sinn ist, mit dem erbrich selbst die verschlossenen Räume, du Herr des Preßsteins, schlag uns Lohn zum Gewinn heraus!
4. Euren Freigebigsten der Freigebigen, den König der Völker, den Indra lade ich ein zum Preise. An vielen Lobesworten hat er seine Freude.
5. Für ihn ist das dichterische Wort, für Indra das Loblied vorzutragen. Für ihn, den das erbauliche Wort anzieht, steigern die Atri´s die Lobreden, machen die Atri´s die Lobreden schön.


5,40. An Indra, Surya und Atri


1. Komm, trink den mit Steinen ausgeschlagenen Soma, du Somaherr, du Bulle Indra, mit den Bullen, du größter Vritratöter!
2. Bullengleich ist der Preßstein, bullengleich der Rausch, bullengleich dieser ausgepreßte Soma, du Bulle Indra, mit den Bullen, du größter Vritratöter!
3. Als Bulle rufe ich nach dir, dem Bullen, du Keulenträger, mit deinen wunderbaren Gnaden, du Bulle Indra, mit den Bullen, du größter Vritratöter!
4. Den Trestersaft trinkend, die Keule tragend, ein Bulle, der die Übermächtigen bezwingt, der mutige König, der Vritratöter und Somatrinker möge anspannen und mit den Falben herwärts kommen. Indra soll sich an der mittäglichen Somaspende berauschen!
5. Als dich, Surya, der asurische Svarbhanu mit Finsternis geschlagen hatte, da schauten die Geschöpfe aus wie ein Verirrter, der nicht ortskundig ist.
6. Damals als du, Indra, die Zaubereien des Svarbhanu, die unter dem Himmel vor sich gingen, zerstörtest, da fand Atri mit dem vierten Zauberspruch die von der ungesetzlichen Finsternis verhüllte Sonne.
7. Surya: "Nicht soll er mich, der ich dein bin, o Atri, falsch von Neid und Furcht verschlingen. Du bist der Mitra, dessen Gunst echt ist. Du und König Varuna, ihr beide nehmt mich hierbei in Schutz!"
8. Atri, der Hohepriester, der die Preßsteine in Tätigkeit setzt und mit bloßer Verbeugung die Götter ehrt und zu gewinnen sucht, hat das Auge der Sonne an den Himmel gesetzt und die Zaubereien des Svarbhanu beseitigt.
9. Die Sonne nämlich, die der asurische Svarbhanu mit Finsternis geschlagen hatte, die fanden die Atri´s wieder, denn andere waren dazu nicht imstande.







3. Gruppe        Lieder an die Allgötter


5,41. An alle Götter


1. Welcher Rechtwandelnde ist von euch, Mitra und Varuna, für die Gabe, sei es des hohen Himmels, sei es des irdischen Gutes, bestimmt, oder an der Stätte des Gesetzes? Nehmt uns in Schutz! Oder gewähret dem, der das Opfer pflegt, Belohnungen wie die des Viehschenkers.
2. Mitra, Varuna, Aryaman, Ayu, Indra, Ribhuksan, die Marut mögen Wohlgefallen an uns haben oder an denen, die unter Verbeugungen ein Preislied darbringen, einen Lobgesang auf den belohnenden Rudra im Einvernehmen mit den Göttern.
3. Euch, Asvin, will ich herrufen, die ihr am ehesten kommt im Fluge des Windes, im Vollbesitz des Wagengeschirrs. Oder setzet dem Asura, dem Gebieter des Himmels, dem Opferverlangenden eine Dichtung ebenso wie die Somatränke vor!
4. Vom Himmel sind einträchtig der himmlische Antreiber Trita, dessen Opferpriester Kanva war, und Vata, Agni, Pusan, Bhaga, der Allspeisende zu der Darbringung ausgezogen wie die Besitzer der schnellsten Rosse zum Wettlauf.
5. Führet euren Reichtum mit angeschirrten Rossen vor; im Streben nach Reichtum möge das Lied zum Beistand dienen. Der Opferpriester das Ausija ist freundlich mit seinen Absichten, was euch eure, der Überlegenen, Absichten sind, ihr Marut.
6. Machet den seinen Wagen schirrenden Vayu geneigt, machet den redekundigen Gott, den Anerkennenden, mit Preisliedern geneigt - auf Belohnungen Anspruch erhebend als Pfleger der Wahrheit. Mögen die guten Gattinnen der Götter unserem Gedicht sie dabei gewähren.
7. Ich wende mich für euch mit löblichen anspornenden Worten an die beiden jüngsten Töchter des Himmels mit ausgezeichneten Preisliedern: Die Morgenröte und die Nacht, die gleichsam alles wissen, bringen dem Sterblichen das Opfer mit.
8. Ich besinge opferspendend für euch die Gedeihenbringer der Menschen, den Vastospati und Tvastri - einverstanden ist die reichmachende Dhisana - unter Verbeugungen, die Bäume, die Pflanzen im Streben nach Reichtum.
9. Zur Fortpflanzung des Geschlechtes sollen uns die Berge günstig sein, die zu uns gehören wie die trefflichen Männer. Gelobt sei uns jederzeit der opferwürdige Aptya; der Mannhafte bestärke unter Bevorzugung unserer Rede.
10. Ich habe das Kind des irdischen Stieres gepriesen, als Trita mit schönem Loblied den Apam Napat. Agni wird gelobt wie ein Rennpferd mit anspornenden Worten, der Flammenhaarige macht die Hölzer klein.
11. Wie sollen wir zu der großen Rudraschar sprechen, was zum Gott des Reichtums, zu Bhaga, der sich darauf versteht? Die Gewässer und die Berge sollen uns gnädig sein, der Himmel, die Bäume, die Berge, die als Haar die Bäume tragen.
12. Es sollen unsere Lobesworte hören der Herr der Kräfte, der emsige, umfahrende Wind, der schneller als die Wolke ist. Es sollen uns die Gewässer hören, die glänzend wie die Burgen des ....... umschließenden Berges.
13. Ihr allein, ihr Großen, wisset, welches eure Absichten sind; wir wollen es sagen, ihr Meister, erwünschte Opferspende darbringend - nicht einmal die stattlichen Vögel wissen es: Die Marut kommen herab zu dem Sterblichen, der durch ihre Erschütterung, ihre Waffen gefügig wird.
14. Die göttlichen und die irdischen Geschlechter und die Gewässer rufe ich her für den Freigebigen. Es sollen sich die Tage, die Reden, die Gold im Munde haben, mehren; an Wasser sollen die errungenen Flüsse zunehmen.
15. Auf Schritt und Tritt sei mir das Alter sichergestellt, sei es durch die mächtige Varutri und durch die Schutzgeister. Es sollen uns samt den Lohnherren die große Mutter Rasa zur Seite stehen, die eine redliche Hand hat, die redlichen Gewinn bringt.
16. Wie sollen wir unter Verbeugung den gabenschönen Marut aufwarten, die aus eigenem Antrieb auf die Einladung hin kommen, die weitberühmten Marut auf die Einladung hin? Nicht soll uns Ahi Budhnya zu Schaden bringen; für uns sei er der Gewinner von Schenkungen.
17. Also gewinnt euch, ihr Götter, der Sterbliche zu viehreichem Nachwuchs, gewinnt euch, ihr Götter, der Sterbliche. Gewähret dabei ein erfreuliches Gemächte dieses Leibes! Nirriti möge sogar mein Alter verschlingen.
18. Diese Gunst von euch, ihr Götter, das stärkende Labsal möchten wir erlangen, ihr Guten, durch die Zusage einer Kuh. Diese gabenschöne, barmherzige Göttin möge eilig uns entgegenkommen zur Wohlfahrt.
19. Ila, die Mutter der Herde oder Urvasi samt den Flüssen soll uns zustimmen. Oder Urvasi vom hohen Himmel, die gepriesene, die sich verhüllende Mutter der Darbringung des Ayu:
20. Die Mutter des Wohlstandes des Urjavya soll uns zur Seite stehen.


5,42. An alle Götter


1. Als die genehmste möge nunmehr unsere Lobrede mit Andacht zu Varuna, Mitra, Bhaga, Aditi dringen. Der erfreuliche Asura, der in Schmalz sitzt und fünf Opferpriester hat, der seinen Weg noch nicht zurückgelegt hat, soll zuhören.
2. Aditi soll meinen Lobgesang wie die Mutter ihren Herzenssohn, den Liebling aufnehmen; ich möchte das liebe Kraftwort, das gottverliehene, das für Mitra und Varuna erfreulich ist, empfangen.
3. Ermuntere den Weisesten der Weisen, begießet ihn mit Met, mit Schmalz: Gott Savitri möge uns die dargebotenen ausgesetzten blinkenden Schätze zuweisen.
4. Verhilf uns, Indra, durch unsere Einsicht zu Kühen, zu freigebigen Herren, o Falbenlenker, zu Glück, zu dem Kraftwort, das gottverliehen ist, zur Gunst der opferwürdigen Götter.
5. Gott Bhaga, der Zuweiser des Reichtums Savitri, Amsa, Indra, der Besieger des Vritra, die Erbeuter der Schätze, Ribhuksan, Vaja oder auch Purandhi, die Unsterblichen, Übermächtigen sollen uns ihre Gunst schenken.
6. Wir wollen die Taten des Marutführers verkünden, des unwiderstehlichen, siegreichen, alterlosen. Weder Frühere, o Gabenreicher, noch Spätere, noch irgend ein Heutiger hat deine Heldenkraft erreicht.
7. Besinge die erste Lohnspende, besinge den Brihaspati, den Gewinner von Schätzen, der dem Vortragenden, dem Lobsingenden am meisten gewogen ist und zu dem Rufenden kommen möge, der Schätzereiche.
8. Von deinen Gnaden begleitet, o Brihaspati, sind die freigebigen Gönner ohne Schaden, reich an tüchtigen Mannen, Söhnen; die Verschenker von Rossen oder Kühen und die Verschenker von Kleidern sind, denen gehören die beglückenden Reichtümer.
9. Laß deren Besitz zerrinnen, die ohne zu spenden von unseren Lobliedern den Nutzen haben. Die Gesetzlosen, die im Befehlen groß sind, die Priesterfeinde schließe von der Sonne aus!
10. Wer bei der Götterladung die Unholde lobt, auf den fahret nieder, o Marut, mit euren räderlosen Wagen! Wer den Opferdienst eures Dienstfertigen herabsetzt, der soll, wenn er auch sich's heiß werden läßt, eitle Wünsche hegen.
11. Preise den, der guten Pfeil und Bogen hat, der über jegliches Heilmittel gebeut. Erbitte den Rudra zu großem Wohlwollen, huldige dem Gott, dem Asura mit Verbeugungen!
12. Die Hausherren, die Künstler mit geschickter Hand, die von Vibhvan gebildeten Flüsse, die Gattinnen des Bullen, Sarasvat? und Raka vom hohen Himmel, die schmucken, sollen sich gefällig zeigen und uns fördern.
13. Dem Großen, der gute Zuflucht gibt, trage ich die neugeborene Weisheit als Lobrede vor, der brünstig in den Leibern der Tochter seine Formen wandelnd diese unsere Form geschaffen hat.
14. Der Lobpreis soll jetzt, o Sänger, zu dem donnernden, brüllenden Herrn des Segens dringen, der mit Wolken, mit Wasser heraufzieht, unter Blitzen die beiden Welten benetzend.
15. Dies Lob soll bis zu der marutischen Heerschar, bis zu den jugendfrohen Söhnen des Rudra empordringen. Der Wunsch ruft mich zu Reichtum und Glück: Besinge die mit gefleckten Rossen Fahrenden, die Unverdrossenen!
16. Dies Lob soll zur Erde, zum Luftreich, zu Bäumen und Pflanzen gelangen, mir zum Reichtum. Jeder Gott soll für mich gut zu errufen sein. Nicht soll uns die Mutter Erde in Mißgunst bringen.
17. Wir möchten in weiter Unbeschränktheit leben, ihr Götter.
18. Wir möchten der neuesten erfreulichen Gnade und der guten Führung der Asvin teilhaft werden. Bringet uns Reichtum und Söhne, alle Glücksgüter mit, ihr beiden Unsterblichen!


5,43. An alle Götter


1. Die Kühe sollen zielschnell mit ihrer Milch zu uns kommen, mit ihrer Süßigkeit uns nicht im Stich lassend. Der redekundige Sänger ruft die sieben Hohen, Erfreulichen zu großem Reichtum.
2. Mit Lobpreis, mit Verbeugung will ich Himmel und Erde uns zuwenden, die nicht zu Verachtenden zu reichem Gewinn. Der Vater, die Mutter mit süßer Rede und guter Hand, die beiden Geehrten sollen uns in jedem Wettkampf beistehen.
3. Adhvaryu´s! Ihr habt die Süßtränke bereitet, setzet dem Vayu den angenehmen klaren Saft vor! Trink zuerst wie der Hotri von diesem Süßtrank, o Gott! Wir haben ihn dir zum Rausche gespendet.
4. Die zehn Finger und die Arme, die die beiden handfertigen Zubereiter des Soma sind, setzen den Preßstein in Tätigkeit. Der handgeschickte Adhvaryu hat den berggewachsenen Saft des Süßtrankes gemolken; der Stengel hat die schimmernde, helle Somamilch von sich gegeben.
5. Der Soma ist für dich, den Liebhaber, zum Entschluß, zur Tatkraft, zu großem Rausche ausgepreßt. Lenk die beiden Falben, die jochfrommen am Wagen bei der Ausfahrt, die lieben herwärts, wenn du gerufen wirst, o Indra.
6. Bring, damit einverstanden, uns die hohe Aramati her, die göttliche Frau, der unter Verbeugung Opfer gespendet werden, zum Rausche des Süßtranks, die hehre gesetzeskundige auf den gottbefahrenen Wegen, o Agni!
7. Der Gharmakessel, den die Redekundigen salben - wie das Barhis, wenn sie es ausbreiten, wie das mit der Netzhaut versehene Opferstück, wenn sie es am Feuer kochen ist regelrecht ans Feuer gesetzt wie der liebste Sohn auf den Schoß des Vaters.
8. Die große hohe zusagendste Lobrede soll wie ein Bote zu den Asvin gehen, sie zu rufen. Heilbringend kommt auf einem Wagen heran, kommet um den Schatz festzuhalten wie der Zapfen die Nabe!
9. Ich habe das Huldigungswort für den stärksten, übermächtigen Pusan und für Vayu bestimmt, die beide durch ihre Freigebigkeit die Gedanken anregen und die selbst die Reichtumschenker des Lohnes sind.
10. Führ alle Marut nach ihrem Namen heran, nach ihren Gestalten, o Jatavedas, wenn du darum angerufen wirst: Zum Opfer, zu den Lobesworten und zum Lobpreis des Sängers kommet alle, ihr Marut, alle in Gnaden!
11. Vom hohen Himmel, vom Gebirge soll die opferwürdige Sarasvat? zu unserem Opfer kommen. Die in Schmalz gehende Göttin soll unseren Ruf gut aufnehmen, unsere tüchtige Rede gern hören!
12. Den hohen Meister, mit dem dunkelfarbigen Rücken, den Brihaspati setzet auf seinen Sitz! Wenn er seinen Platz einnimmt und im Hause leuchtet, wollen wir den Goldfarbigen, Rötlichen pflegen.
13. Der Dauerhafte, der vom hohen Himmel abstammt, soll freigebig mit allen Schützern kommen, wenn er gerufen wird, der sich in seine Frauen, die Pflanzen einhüllt, der nicht zu verschmähende Bulle mit dreifachem Horn, der Kraftspender.
14. An den höchsten lichten Ort der Mutter des Ayu sind preisend die ....... gekommen. Den Liebling putzen sie unter Verneigung Opfer darbringend zur Nachtzeit wie die Ayu´s ein Kind.
15. An deine, des Hotri, hohe Kraft, o Agni, halten sich die in Andacht ergrauten Ehepaare. Jeder Gott soll für mich gut zu errufen sein. Nicht soll uns die Mutter Erde in Mißgunst bringen.
16. Wir möchten in weiter Unbeschränktheit leben, ihr Götter.
17. Wir möchten der neuesten erfreulichen Gnade und der guten Führung der Asvin teilhaft werden. Bringet uns Reichtum und Söhne, alle Glücksgüter mit, ihr beiden Unsterblichen!


5,44. An alle Götter


1. Aus ihm, dem Barhissitzer, dem Sonnenfinder, sollst du wie in früherer Zeit, wo die Vorfahren, wie alle, wie die Gegenwärtigen den Vorrang für uns und hinwiederum einen Opferbund mit dem Loblied herausmelken und ein Rennpferd, das Kühe gewinnt, an denen du nach und nach reich wirst.
2. Vorzüglich schön anzusehen sind die Strahlen der unteren Sonne; er leuchtet auch dem, der seine Seiten nicht anfacht. Du bist ein guter Wächter, nicht zu täuschen, du Einsichtsvoller; dein Name war bei dem wahrhaften Werk über Zaubereien erhaben.
3. Dem Renner folgt die Opferspende und das Seiende und das Element. Er ist der Hotri von sicherem Gang, der junge Stier hat sich nach dem Barhis ausgestreckt, der Jugendliche, Alterlose ist inmitten des Barhis mit dem Arm eingesetzt.
4. Diese eure gutgeschirrten Rosse des Agni kommen zum Vorschein, um sich auf der Fahrt zu beeilen - jenem rinnen die Zwillingsschwestern die Schmalzgüsse niedergehend, die das rechte Werk fördern - mit den gut zu lenkenden, allregierenden Zügeln gelenkt: der Goldfuchs stiehlt ihre Namen bei ihrem Fallen.
5. An den Bäumen hin und her fahrend ............ in den sichtbar Schwangeren mit schönem Opferpfosten. Du wirst unter Redeergüssen verklärt, du richtig Singender. Wachse über deine Gemahlinnen hinaus lebendig geworden im Gottesdienst.
6. Genau wie es geschaut wurde, so wird es berichtet: Sie haben nach dem vollkommenen Abbild im Wasser die uns Raum gebende Erde, die weite Bahn, die große mannhafte unentwegte Macht wiederhergestellt.
7. Unvermählt und doch beweibt überbiete er die Nebenbuhler streitlustigen Sinnes. Der Seher Surya möge ein Haus, das ringsum seine Glut abhält, möge uns seinen Schutz zuwenden, er der alles Gute zu eigen hat.
8. Unter dem Banner dieses ...... kommt das Lied zu der stärkeren Stimme des Rishi mit Worten, unter denen dein Name ist. In was sie gelegt ward, einen solchen nimmt sie mit Geschäftigkeit zum Manne. Wer sie selbst heimführt, nur der wird es ihr recht machen.
9. Ihre Anführerin kam hinab zum Meere; nicht mißlingt die Somapressung, zu der sie sich hingezogen fühlt. Da zittert nicht das Herz des Kravana, wo die Dichtung sich befindet, die mit dem geläuterten Soma verbunden ist.
10. Denn er ist nach den Absichten des Ksatra Manasa, des wahrredenden Yajata, des Sadhri. Mit des Avatsara ........ wollen wir den stärksten Lohn davontragen, der überhaupt von einem Wissenden zu gewinnen ist.
11. Der Falke ist deren Aditi, der Rauschtrank des Visvarara, des Yajata, des Mayin füllt den Leibgurt. Sie beschließen zu einem um den anderen zu kommen; die wissen, daß Abzäumen und Umtrunk ihrer wartet.
12. Der stets spendende Yajata möge die Feinde zersprengen. Bahuvrikta, Srutavid, Tarya sind mit euch. Beiden Wünschen kommt er entgegen und strahlt, sobald er einer Schar mit guten Anführern teilhaft wird.
13. Sutamibhara ist der wahre Herr des Opfernden, er schöpft das Euter aller Gedanken aus. Die Kuh trägt die würzige Milch und hat sie beigemischt. Wer lernt, versteht es, nicht wer verschläft.
14. Wer wach geblieben ist, den lieben die Rikverse, wer wach geblieben ist, zu dem kommen die Sangesweisen. Wer wach geblieben ist, zu dem spricht dieser Soma: "In deiner Freundschaft fühle ich mich heimisch."
15. Agni ist wach geblieben, ihn lieben die Rikverse; Agni ist wach geblieben, zu ihm kommen die Sangesweisen. Agni ist wach geblieben, zu ihm spricht dieser Soma: "In deiner Freundschaft fühle ich mich heimisch."


5,45. An alle Götter


1. Du sollst des Himmels Fels finden, ihn mit deinen Liedern aufschließend. Die Lobsänger der nahenden Morgenröte sind gekommen. Sie hat jetzt die eingepferchten Kühe freigelassen; die Sonne ist herausgetreten. Der Gott hat die menschlichen Tore aufgeschlossen.
2. Surya entfaltete seine Pracht wie ein Bildnis; die Mutter der Kühe kam des Weges kundig aus dem Verschluß. Ihre Fluten ergießen die Flüsse, deren Fluten die Ufer anfressen. Der Himmel wurde gefestigt wie eine wohlaufgerichtete Säule.
3. Vor diesem Loblied tat sich der Schoß des Berges auf zur ersten Geburt der großen Morgenröten. Der Berg tat sich auf, der Himmel ward hergestellt, die Erden erschöpfen sich in Worten, um ihn herzubitten.
4. Mit wohlgesetzten, gottgefälligen Reden will ich jetzt Indra und Agni für euch zur Gnade anrufen, denn mit Lobliedern verehren die Weisen unter schönen Opfern die Marut, um sie herzubitten.
5. Wohlan! Wir wollen heute gute Gedanken hegen und die unheilvollen Absichten verbannen. Die Feindschaft wollen wir weit fortschaffen und bereitwillig zu dem Opfernden kommen.
6. Wohlan! Wir wollen das Gebet verrichten, ihr Freunde, durch das die Mutter den Pferch der Kuh aufschloß, durch das Manu den Visisipra besiegte, durch das der fliegende Kaufmann den Quell erlangte.
7. Es brüllte dabei der mit der Hand regierte Preßstein, mit dem die Navagva´s zehn Monate lang den Göttern lobsangen. Sarama ging den rechten Weg und fand die Kühe. Alles hat der Angiras wahrgemacht.
8. Als bei dem Aufleuchten dieser Herrlichkeiten alle Angirasen in das Gebrüll der Kühe einstimmten, da war ihr Quell am fernsten Ort. Auf dem rechten Wege fand Sarama die Kühe.
9. Der Sonnengott mit sieben Rossen soll zu dem Gefilde kommen, das auf seiner langen Fahrt sich weithin erstreckt. Der rasche Falke fliege zum Somatrunk; der jugendliche Seher erstrahle, wenn er auf die Kühe ausgeht.
10. Surya hat jetzt das lichte Meer erstiegen, da er die geradrückigen Falbinnen angesschirrt hat. Die Verständigen lenkten ihn wie ein Schiff durchs Wasser. In der Nähe zuhörend standen die Gewässer still.
11. Du hast das Gebet verrichtet, das für euch die Sonne im Wasser gewinnt, mit dem die Navagva´s die zehn Monate ausdauerten. Durch dieses Gebet wollen wir gottbehütet sein, durch dieses Gebet wollen wir die Not überdauern.


5,46. An alle Götter


1. Wie ein Roß habe ich mich kundig selbst an die Deichsel gespannt; an dieser weiterhelfenden, beistandheischenden ziehe ich. Nicht wünsche ich, sie abzuspannen und umzukehren. Der des Weges kundige Führer möge richtig lenken.
2. Agni, Indra, Varuna, Mitra, ihr Götter, du marutisches Heer und Vishnu, gewähret uns Zuflucht! Beide Nasatya´s, Rudra und die Götterfrauen, Pusan, Bhaga, Sarasvat? sollen Wohlgefallen haben.
3. Indra und Agni, Mitra und Varuna, die Aditi, die Sonne, Erde, Himmel, die Marut, die Berge, die Gewässer rufe ich jetzt an, den Vishnu, Pusan, Brahmanaspati, Bhaga, Samsa, Savitri zur Gnade.
4. Auch Vishnu und Vata, die keinen Unfall erleiden, der Schätzegeber und Soma mögen uns Freude bringen. Auch die Ribhu´s sollen uns zum Reichtum ihre Erlaubnis geben und die Asvin, Tvastri und Vibhvan.
5. Auch jenes marutische Heer, das im Himmel wohnende, opferwürdige soll kommen, um sich auf dieses unser Barhis zu setzen. Brihaspati und Pusan sollen uns schützende Zuflucht gewähren und Varuna, Mitra Aryaman.
6. Auch jene gelobten Berge und die glänzenden Flüsse mögen uns zum Schutze sein. Bhaga, der Austeiler, komme mit Macht und Gnade; die geräumige Aditi soll meinen Ruf erhören!
7. Die Gemahlinnen der Götter sollen gern uns beistehen; sie sollen uns helfen zur Kindererzeugung, zum Lobgewinn. Die irdischen und die im Dienste der Gewässer sind, ihr Göttinnen, leicht zu errufen, gewähret uns Zuflucht!
8. Auch die Götterfrauen sollen gern kommen, die Gemahlinnen der Götter: Indrani, Agnayi, Asvini, die Königin. Rodas? soll zuhören, Varunani; die Göttinnen sollen gern kommen zu der Zeit der Frauen.


5,47. An alle Götter


1. Der Tochter große Mutter, die des Himmels Tochter heißt, spannt jetzt die Menschen an und weckt sie. Die jugendliche Dichtung lädt die Götter ein, indem sie sie zu den Eltern auf dem Opferplatz ruft.
2. Die flinken Rosse, deren Geschäft dies ist, haben eilend den Nabel der Unsterblichkeit bestiegen. Endlose weite Wege gehen allenthalben um Himmel und Erde.
3. Der Bulle, der Ozean, der rötliche Adler ging ein in den Schoß des uralten Vaters, als bunter Stein mitten an den Himmel gesetzt schritt er aus. Er bewacht beide Grenzen des Raumes.
4. Vier hegen ihn, für seine Behaglichkeit sorgend; zehn säugen das Kalb, daß es gehen kann. Dreifach sind seine höchsten Kühe, in einem Tag umkreisen sie des Himmels Grenzen.
5. Das ist ein Wunder, ein Geheimwort, ihr Leute, daß die Flüsse gehen, die Wasser stehen; daß ihn zwei andere als die Mutter tragen, die hier und dort geborenen doch Zwillinge von gleicher Sippe sind.
6. Für ihn entfalten sie ihre Gedanken, ihre Werke; die Mütter weben die Kleider für den Sohn. Auf ihre Befruchtung durch den Bullen sich freuend ziehen die Frauen hin auf dem Pfade zum Himmel.
7. Das soll geschehen, Mitra und Varuna, das, o Agni; dieses Leid sei uns zu Glück und Heil vorgetragen. Wir möchten eine Furt und festen Grund finden. Ehre dem Himmel, dem hohen Wohnsitz!


5,48. An alle Götter


1. Was sollen wir dichten auf das liebe, selbstherrschende, selbstherrliche große Geschlecht, wenn die Zauberische im Gewölk des wandelbaren Luftraums die Wasser sich erwählt und verbreitet?
2. Diese Morgenröten haben die Reihe der Tage, die die Männer heranwachsen läßt, in der gleichen Richtung durch den ganzen Raum ausgebreitet. Der gottergebene Mann drängt die späteren weit zurück, durch die früheren verlängert er sein Leben.
3. Mit den täglichen Preßsteinen Nacht für Nacht schleudert er die beste Keule auf den Zauberischen. Aber in wessen eigenem Hause Hundert Götter einkehren, dem mögen sie die Tage auch wieder aufrollen, wenn sie sie zusammenrollen.
4ab. Diesen seinen Andrang gleich dem einer Axt, dein Angesicht habe ich erwartet, um seine Erscheinung zu genießen.
5ab. Der Vierseitige tut sich mit der Zunge hervor, sich schön kleidend, der Rötliche, es einem hohen Herren gleichtuend.
4cd. Wenn er dabei wie einen nahrungsreichen Wohnsitz das Kleinod bringt zum Triumphruf für den Stamm,
5cd. so begreifen wir das nach Menschenart nicht, woher Bhaga, der Zuweiser, die wünschenswerte Gabe gibt.


5,49. An alle Götter


1. Ich nahe mich heute für euch dem Gott Savitri und Bhaga, der dem Ayu die Belohnung austeilt. Euch beide, ihr vielnützenden Herren, möchte ich herlenken, um Tag für Tag euch Freundschaft zu halten, ihr Asvin.
2. Der Ausfahrt des Asura gewärtig huldige du dem Gott Savitri mit wohlgesetzten Reden! Wer es versteht, soll unter Verbeugung ihm zureden und dem, der die höchste Belohnung dem Ayu austeilt.
3. Ohne ein Gegengeschenk zu erlangen teilen Pusan, Bhaga, Aditi am Anbruch des Morgens die wünschenswerten Gaben aus. Indra, Vishnu, Varuna, Mitra, Agni, die Meister, mögen glückliche Tage anbrechen lassen.
4. Diesen Schutz möge uns der unerreichte Savitri gewähren; dem mögen die labenden Flüsse nachkommen, worum ich als Hotri des Opfers bitte: Wir möchten reichbelohnte Herren des Reichtums sein.
5. Die den Göttern eine Huldigung wie diese darbringen, die auf Mitra und Varuna schöne Worte sprechen, vor denen soll das drohende Gespenst weichen, schaffet einen Ausweg! Wir möchten uns der Gunst von Himmel und Erde erfreuen.


5,50. An alle Götter


1. Jeder Sterbliche soll sich die Freundschaft des göttlichen Führers erbitten. Jeder macht Anspruch auf Reichtum; er bitte sich aus, daß sein Ruhmesglanz sich mehre.
2. Diese sind dein, o göttlicher Führer, und die, welche diesen nachbeten sollen, wir hier möchten des Reichtums - den diese sind damit zu überhäufen - und deines Beistands teilhaftig werden.
3. Alsdann huldigt den Herren, unseren Gästen, alsdann huldigt ihren Gemahlinnen! Jeden, der im Wege steht, die Feinde, soll der Abwehrer weit abwehren.
4. Wo das angeschirrte Zugtier im Laufe ist, das in der Holzkufe befindliche Tier, da wird der Mutige, der ein Haus voll Söhnen besitzt, die Fluten gewinnen wie ..........
5. O göttlicher Führer, dieser Wagenherr, der Reichtum sei dir genehm. Dem Reichtum genehm, dem Glücke genehm, halten wir uns für die rechten Lobsänger der guten Gaben, für die rechten Lobsänger der Götter.


5,51. An alle Götter


1. Agni! Komm zum Trunke des ausgepreßten Soma mit allen Helfern, mit den Göttern zur Opferausteilung!
2. Kommt herbei, ihr Rechtgesinnten, deren Satzungen gültig sind, zum Opfer! Trinkt mit der Zunge des Agni!
3. Mit den Redekundigen, du Redekundiger, Wahrhafter, mit den Frühfahrern komm, mit den Göttern zum Somatrunk!
4. Dieser Soma, in der Presse ausgepreßt, wird in den Humpen eingeschenkt dem Indra, dem Vayu lieb.
5. Vayu! Komm zum Genuß, gern zur Opferausteilung! Trink vom ausgepreßten Trank zur Labung!
6. Indra und Vayu! Ihr habt ein Anrecht auf den Trank dieser Somasäfte. Diese laßt euch munden als Makellose zur Labung!
7. Ausgepreßt sind für Indra, für Vayu die Somatränke, mit saurer Milch gemischt; sie gehen wie Ströme talwärts zur Labung.
8. Einträchtig mit allen Göttern, einträchtig mit den Asvin, mit Usas komm, o Agni; ergötze dich am Trank wie bei Atri!
9. Einträchtig mit Mitra und Varuna, einträchtig mit Soma, mit Vishnu, komm, o Agni; ergötze dich am Trank wie bei Atri!
10. Einträchtig mit den Aditya´s und den Vasu´s, einträchtig mit Indra und V?yu, komm, o Agni; ergötze dich am Trank wie bei Atri!
11. Glück sollen uns die Asvin zuteilen, Glück Bhaga, die Göttin Aditi, all die Unerreichten. Glück soll uns Pusan, der Asura, schaffen, Glück Himmel und Erde aus Wohlwollen.
12. Um Glück wollen wir Vayu, um Glück den Soma bitten, der der Herr der Welt ist, um Glück den Brihaspati mit vollzähligem Gefolge. Zum Glück sollen uns die Aditya´s dienlich sein.
13. Alle Götter sollen uns heute zum Glück sein, zum Glück Vaisvnara, der Gott Agni. Zum Glück sollen uns die göttlichen Ribhu´s behilflich sein, zum Glück soll uns Rudra vor Not bewahren.
14. Glück sei uns, o Mitra und Varuna, Glück, du reiche Pathya; Glück soll uns Indra und Agni bringen, Glück schaff uns, o Aditi!
15. Glücklich wollen wir unseren Weg gehen wie Sonne und Mond; wir wollen mit einem zusammenkommen, der wiedergibt, der die Erwartung nicht vernichtet, der erkenntlich ist.







4. Gruppe        Lieder des Syavasva an die Marut


5,52. An die Marut


1. Syavasva! Stimme zuversichtlich mit den singenden Marut das Lied an, die ohne Falsch nach ihrer Art sich am Ruhm berauschen, die Opferwürdigen.
2. Denn diese Freunde ausdauernder Stärke sind voll Zuversicht; sie schützen auf ihrer Fahrt von selbst alle Zuversichtlichen.
3. Sie springen über die Nächte weg wie die sprunglustigen Stiere auf die Kühe. Dann gedenken wir der Macht der Marut im Himmel und auf Erden.
4. Den Marut wollen wir für euch mit Zuversicht Loblied und Opfer weihen, welche alle durch Menschenalter hindurch den Sterblichen vor Schaden bewahren.
5. Die würdig sind, Freigebige zu heißen, Männer von ganzer Kraft, den opferwerten Mannen des Himmels, den Marut, stimme das Opfergebet an!
6. Mit ihren Goldmünzen, mit Kampf sind die Männer herangesprengt; die Recken haben ihre Speere geschleudert. Hinter diesen Marut kommen die Blitze wie lachende Frauen; von selbst bricht der Glanz des Himmels an.
7. Die als Erdenbewohner, die im weiten Luftraum oder im Umkreis der Flüsse oder im weiten Raum des großen Himmels herangewachsen sind.
8. Preise laut das marutische Heer, dessen Stärke wahrhaftig ist, das meisterhafte! Und diese Männer schirren zur Prunkfahrt selbst die springenden Antilopen an.
9. Und die Schmucken kleiden sich in der Parusni in Wolle und sie spalten mit der Radschiene der Wagen den Fels mit Gewalt.
10. Am-Weg-Geher, Abseits-vom-Weg-Geher, Im-Weg-Geher, Den-Weg-Entlang-Geher, unter diesen Namen in breiter Schar kommend, würdigen sie mein Opfer.
11. Und die Männer würdigen es und ihre Gespanne würdigen es, und ihre wunderbaren Gestalten werden sichtbar, bei denen man sagt: "Leute aus der Fremde!"
12. Die liedersingenden .........Barden tanzten zu dem Brunnen. Die Helfer kamen mir zu Gesicht wie unbekannte Diebe zur Überraschung.
13. Die speerblitzenden Recken, die Seher und Meister sind, vor dieser marutischen Schar verbeuge dich, o Rishi, und bring sie mit Lobreden zum Stillstand!
14. Lade, o Rishi, die marutische Schar mit Gabe ein wie die junge Frau einen Freund. Oder eilet mit Macht vom Himmel her, ihr Mutigen, mit Gedichten gepriesen!
15. Der jetzt ihrer gedenkt und zu den Göttern kommt wie das Kalb zum Euter, der soll seiner Gabe teilhaft werden durch die freigebigen Herren, die durch ihre Fahrt berühmt sind, die buntgezeichneten!
16. Die Herren, die mir bei der Nachforschung nach ihrer Sippe die Kuh nannten, die Prisni als ihre Mutter nannten, die nannten dann als ihren Vater den pfeilführenden Rudra, sie die Kundigen.
17. Die je sieben und sieben Mächten gaben mir je einhundert Kühe. An der Yamuna bekomme ich als Ehrenanteil die berühmte Schenkung von Kühen, streiche ich die Schenkung von Rossen ein.


5,53. An die Marut


1. Wer kennt den Ursprung? Oder wer war früher in der Marut Gunst, wenn sie ihre Schecken angeschirrt haben?
2. Wer hat sie gehört, wenn sie auf den Wagen stehen? Wie sind sie gekommen? Welchem Freigebigen sind sie als Verbündete beigesprungen, zu wem kommen die Regengüsse mit ihren Labungen?
3. Die sagten mir, als sie bei Tagesanbruch mit den Vögeln in Ausgelassenheit kamen, die Herren, die makellosen Jünglinge: "Preise sie so, wie du sie siehst";
4. "Die von selbst Glänzenden, die in ihren Zierraten Äxten, Kränzen, Goldmünzen, Spangen, in ihren Wagen und Bogen stecken!"
5. Eure Wagen benötige ich zur Freude, o raschspendende Marut, die wie die Himmel mit Regen kommen.
6. Wenn die gabenschönen Herren für den Opferspender des Himmels Eimer heraufgezogen haben, so lassen sie den Parjanya über beide Welten sich ergießen. Des Parjanya Ströme gehen über das trockene Land.
7. Die freigemachten Ströme ergossen sich mit ihrer Flut in den Luftraum wie Kühe, wie Rosse am Ende des Weges laufend, wenn ihre Schecken vom Wege abbiegen.
8. Kommt her, ihr Marut, vom Himmel, von der Luft und von daheim; ziehet nicht ab in die Fernen!
9. Nicht soll euch die Rasa, Anitabha, Kubha, Krumu, nicht euch die Sindhu aufhalten, noch euch die quellenreiche Sarayu im Wege stehen. Bei uns soll eure Huld sein.
10. Diesem eurem Wagenheer, der schreckhaften marutischen Schar der neuesten Marut folgen die Regengüsse nach.
11. Jeden Heerhaufen von euch, jedes Geschwader, jeden Trupp wollen wir mit Lobpreisungen, mit frommen Gedanken begleiten.
12. Zu welchem edelgeborenen Opferspender haben sich heute die Marut auf dieser Fahrt begeben,
13. Mit der ihr für leiblichen Nachwuchs das unversiegliche Saatkorn bringt? Gewähret uns die Gabe, um die wir euch bitten, um Glück für das ganze Leben!
14. Wir möchten glücklich über den Tadel hinwegkommen, Unehre und Mißgunst dahinten lassend. Wenn es geregnet hat, sollen die Wasser in der Morgenfrühe Glück und Arzenei sein. Wir möchten dabei sein, ihr Marut.
15. Der Sterbliche wird jedenfalls von Gott begünstigt ein Meister werden, ihr Herren Marut, den ihr beschirmet. Wir wollen zu denen gehören.
16. Preise die Wohltäter des Preisenden auf dessen Fahrt; sie sollen sich behagen wie die Kühe auf der Weide. Ruf ihnen nach wie alten Freunden, wenn sie gehen, lobe sie mit Lobrede, die das lieben!


5,54. An die Marut


1. Der marutischen Heerschar, der selbstglänzenden, Berge erschütternden, will ich diese Rede als Schmuck anlegen; die wie der heiße Milchtrank singt, die auf des Himmels Rücken opfert, der glanzberühmten preiset ihren hohen Mannesmut!
2. Es sollen eure starken, Wasser holenden, kraftreichen, rossebespannten Wagen in ihrem Wettlauf zum Vorschein kommen, ihr Marut. Sie legen Blitze als Pfeile auf; Trita brüllt, die Wasser rauschen, in dem Flußbett ihren Wettlauf machend.
3. Die blitzstrahlenden Männer mit den Steingeschossen, heftig wie der Wind, Berge erschütternd, die Marut, die, obwohl sie Wasser geben wollen, im nu Hagel herbeirollen, von donnernder Wucht, wild, kraftgehoben.
4. Ihr durchfahret die Nächte, die Tage, ihr Rudrasöhne, ihr Geübten, die Luft, die Räume, ihr Schüttler. Wenn ihr die Ebenen durchfahret wie Schiffe das Wasser und die unwegsamen Gegenden, ihr Marut, so nehmet ihr niemals Schaden.
5. Dies ist eure Stärke, eure Größe, ihr Marut: Eure lange Wegstrecke hat sich ausgedehnt wie die der Sonne, als ihr von nicht zu nehmendem Feuerglanz, schnell wie die Antilopen im Laufe in den Berg hineinfuhret, der die Rosse nicht herausgab.
6. Eure Heerschar, ihr Marut, erglänzte, als ihr das Rindermeer beraubtet wie die Raupe den Baum, ihr Meister. Nun möget ihr Einträchtigen, unsere Andacht auf den guten Weg führen wie das Auge den Gehenden.
7. Der wird nicht vergewaltigt noch erschlagen, ihr Marut, der erleidet keinen Unfall, verliert nicht den Halt, kommt nicht zu Schaden, nicht versiegen seine Reichtümer und Hilfen, den ihr - sei er Rishi oder König - zum Meister macht.
8. Mit Geschenken versehen wie Männer, die einen Clan besiegen, wie die Gönner, lassen die Schlauchträger Marut den Brunnen überquellen, wenn die Gewaltigen brausen. Sie durchnetzen die Erde mit dem Trank des Metes.
9. Gebahnt ist für die ausziehenden Marut diese Erde, gebahnt der Himmel, gebahnt die Wege durch die Luft, gebahnt die Berge , die schnelle Gabe gewähren.
10. Wenn ihr gleichgewichtigen Marut, ihr Sonnenmänner, ihr Mannen des Himmels bei Sonnenaufgang ausgelassen seid, so lassen eure Rosse in ihrem Laufe niemals locker. An einem Tage erreichet ihr das Ende dieses Weges.
11. Auf euren Schultern sind die Speere, an den Füßen die Spangen, an der Brust die Goldmünzen, ihr Marut, am Wagen die Prunkstücke, feuerglänzende Blitze in euren Händen, an den Häuptern dehnen sich die goldenen Zahnreihen aus.
12. Vom Himmel, der sich seinen Feuerglanz nicht von dem Vornehmen nehmen läßt, schüttelt ihr Marut die hellfarbige Beere. Sie ziehen ihre Gürtel zu, wenn sie in Feuer geraten sind, sie stimmen ihr weitgedehntes Getöse an, den rechten Weg liebend.
13. Ihr klugen Marut, wir möchten Lenker des von euch geschenkten lebenskräftigen Reichtums sein, der nicht von uns weicht, so wenig wie Tisya vom Himmel. Bei uns freuet euch an dem tausendfachen Reichtum, ihr Marut!
14. Ihr Marut, ihr gewähret den Besitz beneidenswerter Söhne, ihr begünstigt dem Bharatiden ein Streitroß und Siegesgewinn, ihr einen König, der Gehorsam findet.
15. Um solchen Besitz bitte ich euch, ihr sofort Helfenden, durch den wir gleich der Sonne die Männer überstrahlen. Nehmet diese Rede von mir doch ja gut auf, ihr Marut, durch deren Ausdauer wir hundert Herbste überdauern möchten!


5,55. An die Marut


1. Die opfersamen Marut mit blinkenden Speeren, mit Goldmünzen auf der Brust haben sich hohe Kraft zugelegt. Sie eilen mit lenksamen schnellen Rossen. - Wenn sie im Prunkzug ausfahren, haben sich ihre Wagen angeschlossen.
2. Von selbst habt ihr euch Stärke zugelegt, wie ihr wißt. Ihr Großen führet weit und breit das hohe Regiment. Und sie durchmessen mit Kraft den Luftraum. - Wenn sie im Prunkzug ausfahren, haben sich ihre Wagen angeschlossen.
3. Zusammen geboren, zusammen groß geworden sind die wohlgebildeten Herren noch weiter zur Schönheit gewachsen, wie die Strahlen der Sonne leuchtend. - Wenn sie im Prunkzug ausfahren, haben sich ihre Wagen angeschlossen.
4. Zu ehren ist eure Größe, ihr Marut, sehenswert euer Anblick wie der der Sonne. Verhelfet auch uns zur Unsterblichkeit! - Wenn sie im Prunkzug ausfahren, haben sich ihre Wagen angeschlossen.
5. Ihr Marut treibt vom Meere den Regen auf, ihr lasset ihn regnen, ihr Quellende. Nicht versiegen eure Milchkühe, ihr Meister. - Wenn sie im Prunkzug ausfahren, haben sich ihre Wagen angeschlossen.
6. Wenn ihr als Rosse die gefleckten Antilopen ins Joch gespannt habt und die goldenen Gewänder angelegt habt, so zersprenget ihr Marut alle Feinde. - Wenn sie im Prunkzug ausfahren, haben sich ihre Wagen angeschlossen.
7. Nicht Berge noch Ströme hemmen euch. Wohin ihr beschlossen habt, dahin gehet ihr Marut, und ihr fahret um Himmel und Erde. - Wenn sie im Prunkzug ausfahren, haben sich ihre Wagen angeschlossen.
8. Was vergangen und was gegenwärtig ist, ihr Marut, was gesprochen wird, ihr Guten, und was vorgetragen wird, von all dem seid ihr Mitwisser. - Wenn sie im Prunkzug ausfahren, haben sich ihre Wagen angeschlossen.
9. Seid uns gnädig, ihr Marut, erschlaget uns nicht, gewähret uns euren reichlichen Schutz! Gedenket des Lobliedes, der Freundschaft! - Wenn sie im Prunkzug ausfahren, haben sich ihre Wagen angeschlossen.
10. Führet ihr uns zum Besseren aus allen Nöten, ihr Marut, die ihr gepriesen seid! Lasset euch unsere Opfergabe gefallen, ihr Opferwürdige! Wir möchten Besitzer von Reichtümern sein.


5,56. An die Marut


1. Agni! Bring die kraftbewußte Schar, die mit Goldmünzen, mit Zierraten geputzte her! Ich rufe heute die Clane der Marut sogar vom Lichtraum des Himmels herab.
2. Gerade wie du im Herzen meinst, darauf gehen meine Wünsche aus: Erbaue sie, die furchtbar anzusehen, die auf deinen Anruf in nächster Nähe herankommen werden.
3. Gestoßen wie die Frau, die einen freigebigen Herrn hat, geht die Erde liebestrunken von uns weg. Euer Andrang, ihr Marut, ist wütig wie ein Bär, furchtbar wie ein störriger Stier.
4. Die gewaltsam niederreißen, nach Willkür wie jochscheue Stiere. Wie einen sausenden Stein bringen sie durch ihre Fahrten den felsigen Berg in Bewegung.
5. Erhebe dich jetzt mit deinem Loblied auf sie, die zusammen groß geworden sind. Ich rufe den ersten unter vielen, den noch nie dagewesenen Schwarm der Marut gleich einem Schwarm von Rindern herbei:
6. Schirret also die rötlichen Stuten an den Wagen, schirret die roten an die Wagen; schirret die beiden raschen Falben an die Deichsel um zu fahren.
7. Auch jener rötliche Renner, der laut tosende, möge dabei sichtbar werden; nicht soll er auf euren Fahrten säumen, ihr Marut, treibt ihn am Wagen an!
8. Wir rufen nun den ruhmbegierigen marutischen Wagen her, auf dem Rodasi, die Freudenbringerin, bei den Marut steht.
9. Ich rufe eure Heerschar, die zu Wagen prunkende, schreckhafte, beifalliebende her, unter der die edelgeborene, holde Rodasi bei den Marut sich geehrt fühlt, die Milhusi, die Gnädige.


5,57. An die Marut


1. Kommt her, ihr Rudrasöhne, mit Indra einträchtig auf goldenem Wagen zu guter Fahrt! Dieses Lied von uns ist euch willkommen wie dem Durstigen, der nach Wasser verlangt, die Quellen des Himmels.
2. Ihr seid mit Äxten, mit Speeren, mit Gedanken, mit guten Bogen, mit Pfeilen und Köcher ausgerüstet, mit guten Rossen und mit guten Wagen, ihr Söhne der Prisni. In guter Bewaffnung geht ihr Marut auf die Prunkfahrt.
3. Ihr schüttelt vom Himmel, von den Bergen das Gut für den Opferspender. Aus Furcht vor eurer Fahrt ducken sich die Wälder. Ihr bringt die Erde in Aufruhr, ihr Söhne der Prisni, wenn ihr Gewaltige zur Prunkfahrt die Schecken angeschirrt habt.
4. Die Marut, heftig wie der Wind, in Regen sich kleidend, ganz ähnlich wie Zwillinge, schön aufgeputzt, mit rotbraunen Rossen, mit rötlichen Rossen fahrend, makellos, überaus stark, an Ausdehnungen breit wie der Himmel;
5. Vieltropfend, mit Zierraten versehen, gabenschön, von überwältigendem Anblick, die sich die Gabe nicht entreißen lassen, edel von Geburt, mit Goldmünzen auf der Brust, des Himmels Chöre, wurden sie unsterblichen Namens teilhaft.
6. Auf euren Schultern sind die Speere, ihr Marut, Macht, Stärke, Kraft ist in eure Arme gelegt, Mut in eure Häupter, Waffen auf eure Wagen, die ganze Schönheit ist auf eure Leiber aufgetragen.
7. Ihr Marut habt uns die Belohnung von Rind, Roß, Wagen, guten Söhnen, Gold gegeben. Schaffet uns Anerkennung, ihr Rudrasöhne! Ich möchte eurer göttlichen Gnade teilhaft werden.
8. Höret, ihr Herren Marut, seid uns barmherzig, ihr viel schenkenden, unsterblichen, des Rechten kundigen, die Wahrheit erhörenden, jugendlichen Seher, vom hohen Berg stammend, hoch wachsend!


5,58. An die Marut


1. Jetzt will ich diese ihre kraftvolle Schar, die marutische, preisen, der Jüngsten, die mit raschen Rossen ungestüm fahren, und als freie Herren sind sie im Besitz der Unsterblichkeit;
2. Die überraschende Schar, die kräftige, mit Spangen an den Händen, von lärmendem Treiben, die zauberkundige, Wünsche gewährende. Die vielschenkenden Herren, die erfreulichen, die an Größe unermeßlich sind, die lobe, du Redekundiger!
3. Zu euch sollen heute die Wasserträger kommen, alle Marut, die den Regen herantreiben. Dieser Agni, der für euch entzündet ist, ihr Marut, an dem habet Gefallen, ihr jugendlichen Seher!
4. Ihr erzeuget dem Volk einen rührigen, vollendeten König, ihr Opferwürdige. Von euch kommt der armbehende Faustkämpfer, von euch, Marut, einer, der tüchtige Rosse und gute Söhne besitzt.
5. Gleich den Speichen ist keiner der Letzte, gleich den Tagen entstehen sie fort und fort gleich vollkommen an Herrlichkeit. Die trefflichsten Söhne der Prisni, die gewaltigsten Marut haben sich aus eigener Absicht zusammengetan.
6. Sobald ihr Marut mit den gefleckten Antilopen als Rossen ausgefahren seid auf Wagen mit festen Radbeschlägen, so zerstieben die Wasser, die Bäume treiben im Wasser; der Himmel, der rötliche Stier, soll herabbrüllen.
7. Bei ihrer Fahrt dehnt sich selbst die Erde; sie legen ihre Kraft in sie wie der Gatte den Keim in die Frau. Sie haben die Winde als Rosse an die Stange gespannt, die Rudrasöhne haben ihren Schweiß zum Regen gemacht.
8. Höret, ihr Herren Marut, seid uns barmherzig, ihr viel schenkenden, unsterblichen, des Rechten kundigen, die Wahrheit erhörenden, jugendlichen Seher, vom hohen Berg stammend, hoch wachsend!


5,59. An die Marut


1. Nach euch ausspähend hat er aufgebrüllt, um euch guten Fortgang zu geben. Ich will dem Himmel singen, der Erde trage ich die wahrhafte Rede vor. Sie begießen ihre Rosse, wann sie den Raum durcheilen; sie lösen durch die Regenfluten ihren Glanz auf.
2. Aus Furcht vor ihrer Wucht bewegt sich die Erde, sie läuft voll Wasser wie ein vollbeladenes Schiff, das schwankend geht. Die weithin Sichtbaren, die durch ihre Gangarten sich auszeichnen, die Männer sind innerlich eifersüchtig auf die große Opferrede.
3. Wie der Rinder Horn ist euer höchstes Horn prächtig zu schauen, wie das Auge der Sonne bei Aufhören des Dunkels. Wie stattliche Rennpferde seid ihr schön, prächtig zu schauen wie junge Männer zieht ihr Herren die Augen auf euch.
4. Wer kann alles, was an euch Großen groß ist, erfassen, wer eure Weisheit, wer eure Mannestaten, ihr Marut! Ihr machet die Erde erzittern wie Sonnenstäubchen, wenn ihr vorauseilt, um Wohlfahrt zu schenken.
5. Wie rötliche Rosse sind sie von gleicher Rasse und sie kämpfen an der Spitze wie die Helden als Vorkämpfer. Wie wohlgewachsene Jünglinge sind die Männer gewachsen; das Auge der Sonne vermindern sie durch den Regen.
6. Ohne Ältesten, ohne Jüngsten, ohne Mittleren, alle an der Spitze sind sie in voller Größe ausgewachsen. Edel von Geburt, Söhne der Prisni, des Himmels Jungen, kommt zu uns her!
7. Die wie Vogelketten ungestüm flogen von dem hohen Himmelsrücken bis zu den Grenzen des Himmels; ihre Rosse haben, wie beide Teile wissen, die Wildwasser des Berges hervorsprudeln lassen.
8. Der Himmel soll brüllen, die Aditi soll uns gut aufnehmen; die Morgenröten mit ansehnlichen Gaben sollen gleichen Schritt halten. Diese Marut haben den himmlischen Eimer aufgezogen, o Rishi, die Söhne des Rudra, die Gepriesenen.


5,60. An die Marut


1. Agni, den gnädigen, rufe ich unter Verbeugungen an. Hierher gesetzt möge er für uns den großen Wurf treffen. Wie mit wettkämpfenden Wagen eile ich voraus; mit ihm zu meiner Rechten will ich das Loblied auf die Marut recht machen.
2. Die Rudrasöhne, die Marut, die die berühmten Schecken bestiegen haben und ihre leichten Wagen - aus Furcht bekommen, selbst des Himmels Rücken bebt selbst die Erde, selbst das Gebirge.
3. Selbst das hochgewachsene Gebirge hat Furcht bekommen, selbst des Himmels Rücken bebt bei eurem Tosen. Wenn ihr Marut mit Speeren bewaffnet euer Spiel treibt, so eilt ihr nach dem gleichen Ziele wie die Gewässer.
4. Wie Freier aus reichem Hause haben sie mit Goldsachen, mit ihren Eigenheiten die Leiber verziert. Zur Schönheit haben die Schönsten, die Starken auf den Wagen ihre Herrlichkeiten allesamt an den Leibern angelegt.
5. Ohne Ältesten, ohne Jüngsten sind diese Brüder zusammen aufgewachsen zum Glück. Ihr jugendlicher kunstreicher Vater Rudra und die gutmelke Prisni haben den Marut schöne Tage bereitet.
6. Ob ihr im höchsten oder im mittleren oder im untersten Himmel seid, ihr glücklichen Marut, so nehmet von dort, ihr Rudrasöhne oder du, Agni, Kunde davon, von der Opferspende, die wir weihen wollen!
7. Wenn Agni und ihr allwissenden Marut vom oberen Himmel über die Höhen fahret, so bringet, lustig, tosend, ihr Überlegenen, dem Opfernden, dem Somapressenden Gut!
8. Agni! Trink lustig Soma mit den prunkenden lobsingenden Marut, der auserlesenen Schar, mit den läuternden, allbewegenden, langlebigen, o Vaisvanara, im Verein mit deinem langdauernden Lichtschein!


5,61. Die Marut und Syavasva


1. Wer seid ihr Herren, die ihr als Allerschönste einer nach dem anderen aus fernster Ferne gekommen seid?
2. Wo sind eure Rosse, wo die Zügel? Wie habt ihr das vermocht, wie seid ihr gekommen? Wo ist der Sattel auf dem Rücken, der Zaum in den Nüstern der Rosse?
3. Wo die Gerte auf deren Hinterbacke? Die Herren haben die Schenkel gespreizt wie die Frauen bei der Kindererzeugung.
4. Zieht fort, ihr Männer, ihr Jünglinge mit der schönen Frau, daß ihr heiß wie Feuer werdet!
5. Sie schenkte Roß- und Rinderherde nebst hundert Schafen, die dem von Syavasva gepriesenen Manne den Arm als Kissen unterlegt.
6. Und manche Frau ist öfter besser als der gottlose, geizige Mann;
7. Die den Hungrigen, den Dürstenden, den Begehrenden herausfindet und ihr Denken auf die Götter richtet.
8. Auch mancher ungepriesene Geizhals wird Mann genannt; er steht diesem nur bei Zahlung des Wergeldes gleich.
9. Und die erfreute junge Frau deutete mir, dem Syavasva, den Weg an. Die beiden Rotfüchse streckten sich im Lauf zu Purumilha, dem Redekundigen von dauerndem Ruhm;
10. Der mir hundert Milchkühe wie der Sohn des Vidadasva, wie Taranta freigebig schenken werde.
11. Die mit schnellen Rossen fahren, den berauschenden Met trinken, die haben sich dabei Ruhm erworben.
12. Die durch ihre Schönheit auf ihren Wagen Himmel und Erde überstrahlen wie der Goldschmuck oben am Himmel.
13. Das war die jugendliche Marutschar mit schreckhaftem Wagen, tadellos, auf der Prunkfahrt begriffen, unaufhaltsam.
14. Wer weiß jetzt von ihnen, wo die Schüttler sich ergötzen, die rechtzeitig geborenen, makellosen?
15. Ihr Beifalliebende führet den Sterblichen recht nach seinem Sinn, ihr erhöret, wenn man euch während der Fahrt ruft.
16. Als solche wendet uns begehrenswerte blinkende Schätze zu, ihr Überlegen, Opferwürdige!
17. Diesen meinen Lobgesang bringe, o Nacht, zu Darbhya hin, meine Lobesrede, o Göttin, wie ein Wagenfahrer!
18. Und sage für mich also bei Rathaviti, der Soma ausgepreßt hat: "Nicht läßt mein Verlangen ab."
19. Dieser freigebige Rathaviti wohnt an den Gomatiflüssen zurückgezogen in den Bergen.







5. Gruppe        Lieder an Mitra-Varuna


5,62. An Mitra und Varuna


1. Euer feststehendes Gesetz ist durch das Gesetz verborgen, dort wo sie die Rosse des Sonnengottes ausspannen. Es stehen zehn Hundert beisammen. Ich sah dies eine schönste der Wunder der Götter.
2. Das ist fein eure Macht, Mitra und Varuna: Still haltend haben sie alle Tage Milch gegeben. Ihr machet alle Milchbrüste von der Frühweide strotzend. Nach eurem Willen rollt die eine Radschiene herbei.
3. Ihr festigt Himmel und Erde, Mitra und Varuna, ihr Könige, durch eure Herrlichkeit. Mehret die Kräuter, machet die Kühe strotzend, gießet den Regen herab, ihr Rausch spendende!
4. Euch sollen die gutgeschirrten Rosse herfahren, mit angezogenen Zügeln sollen sie herwärts kommen. Ein Aufputz von Schmalz folgt euch. Längst schon ergießen sich die Ströme.
5. Indem ihr das Gesetz, das eure berühmte, weite Herrschererscheinung entsprechend erhöht, wie das Barhis durch Opferspruch schützet, sitzet ihr Huldigungen empfangend auf eurem Hochstuhl im Überfluß, o Mitra und Varuna von fester Willenskraft.
6. Ohne blutige Hände seid ihr Schirmer aus der Ferne für den Rechtschaffenen, den ihr beide im Überfluß schützen möget, O Varuna und Mitra. Ihr beiden Könige führet ohne Eifersucht beide zusammen die auf tausend Säulen ruhende Herrschaft.
7. Goldverziert, aus Erz ist seine Säule; sie erglänzt am Himmel wie eine Peitsche, auf gesegnetem oder ergiebigem Boden gefestigt. Möchten wir von dem Honig, der auf dem Hochstuhl ist, als Lohn bekommen.
8. Ihr besteiget bei dem Aufleuchten der Morgenröte den goldfarbigen, bei Sonnenaufgang den erzsäuligen Hochstuhl, o Mitra und Varuna. Von da überschauet ihr Unschuld und Schuld.
9. Was der dichteste lückenlose Schild ist, der nicht zu durchschießen ist, ihr gabenschönen Hirten der Welt, mit dem beschirmet uns, Mitra und Varuna! Wenn wir auf Gewinn ausgehen, möchten wir die Sieger sein.


5,63. An Mitra und Varuna


1. Ihr Hüter des Gesetzes, deren Satzungen gültig sind, ihr beide besteiget den Wagen im höchsten Himmel. Wem ihr hier gewogen seid, Mitra und Varuna, für den quillt der Regen die Süßigkeit des Himmels.
2. Als Allherrscher herrschet ihr über diese Welt, Mitra und Varuna, in Weisheit, durch die Sonne sehend. Wir bitten um eure Gabe, um Regen und Unsterblichkeit. Die Donner gehen über Himmel und Erde hin.
3. Allherrscher, gewaltige Bullen, Herren des Himmels und der Erde sind Mitra und Varuna, die Ausgezeichneten. Mit buntfarbigen Wolken stellt ihr euch auf den Schall ein. Ihr lasset den Himmel regnen durch die Zaubermacht des Asura.
4. Eure Zaubermacht erstreckte sich bis zum Himmel: Es wandelt die Sonne, das Licht, die buntfarbige Waffe. Dies verhüllt ihr durch das Gewölk, durch den Regen am Himmel. Parjanya! Deine süßen Tropfen brechen hervor.
5. Die Marut schirren ihren leichten Wagen zur Prunkfahrt an wie ein Held auf den Beutezügen nach Rindern, o Mitra und Varuna. Grelle Donner durchziehen die Lüfte. Ihr beiden Allherrscher, netzet uns mit der Milch des Himmels!
6. Parjanya läßt fein seine erquickende, grelle, schreckhafte Stimme ertönen, o Mitra und Varuna. Die Marut kleiden sich fein mit Zauberkunst in Wolken; ihr beide lasset den rötlichen makellosen Himmel regnen!
7. Von Rechts wegen wachet ihr redekundigen Mitra und Varuna über die Gebote mit des Asura Zaubermacht. Mit dem Gesetz herrschet ihr über die ganze Welt; die Sonne setzet ihr an den Himmel als weitkenntlichen Wagen.


5,64. An Mitra und Varuna


1. Den überlegenen Varuna, den Mitra rufen wir für euch mit einem Vers an, die beide den Svarnara wie das Doppelgehege der Arme einschließen.
2. Als solche reichet eure Arme gnädig diesem Lobsänger, denn eure liebwerte Bekanntschaft ruft man in allen Wohnsitzen an.
3. Wenn ich jetzt den richtigen Weg erreichte, würde ich auf dem Pfade des Mitra wandeln. Bei diesem lieben friedfertigen Mitra suchen sie Zuflucht.
4. Euch beiden, Mitra und Varuna, möchte ich mit einem Vers das Höchste widmen, was im Hause der freigebigen Patrone ist und für die Sänger zum Wetteifer dient.
5. Kommet zu uns, Mitra und Varuna, mit Erleuchtung zur Stelle, ins eigene Haus der freigebigen Patrone zu ihrem und der Amtsgenossen Gedeihen.
6. Ihr beide, Mitra und Varuna, sollt uns, denen ihr die mächtige Herrschaft erhaltet, ihr sollt uns freie Bahn zum Siegesgewinn, zum Reichtum, zum Glück bereiten!
7. Die beiden Opferwürdigen sollen uns beistehen, wenn die Morgenröte bei Devaksatra Rusadgo aufgeht. Ihr beiden Männer, eilet mit den Füßen herbei, wie ihr mit den Armen den gepreßten Soma im Wasser, indem ihr den Arcananas unterstützet.


5,65. An Mitra und Varuna


1. Wer verständig ist, der hat den rechten Sinn für die Götter, der soll uns sagen, wessen Lobreden der gerngesehene Varuna oder Mitra gut aufnimmt,
2. Denn sie sind die Könige von höchstem Ansehen, die weithin bekanntesten. Sie sind die rechtmäßigen Herren, die Mehrer des rechten, rechthandelnd gegen jedermann.
3. Um eure Gunst bittend rufe ich zuerst euch beide zusammen an: Die Besitzer guter Rosse gehen mit guter Absicht auf Siegesgewinn aus, um sie zu verschenken.
4. Mitra gewinnt selbst aus Bedrängnis einen Ausweg, freie Bahn zu einem Wohnsitz, denn Mitra´s Gunst gehört dem Verehrer, der vorausstrebt.
5. Wir wollen in dem weitreichendsten Schutze des Mitra sein, ohne Fehl, von dir beschützt, allesamt im Schutze der Mutter des Varuna.
6. Ihr beide, Mitra und Varuna, einiget unsereins und bringet uns zusammen! Vergesset nicht des Gönners, nicht unser, der Rishi´s! Schaffet uns sicheren Ausweg unter eurem Schutze!


5,66. An Mitra und Varuna


1. Ruf an, du Kundiger, die beiden einsichtsvollen Götter, o Sterblicher, die überlegenen. Dem Varuna, dessen Schmuck das Gesetz ist, möge es zu hohem Genuß geschehen.
2. Denn die zwei haben die unumstößliche Herrschaft und vollständig die Asurawürde erlangt. Und ihre Gesetze sind wie das menschliche Gesetz gleich der Sonne sichtbar aufgerichtet.
3. Euch beide bitten wir im Rennen der Wagen um breite Bahn für sie. Wir haben zuversichtlich euren Lobpreis mit Lobliedern des Ratahavya im Sinn.
4. Und ihr berget ja alle weisen Gedanken mit den Burgen des Verstandes, ihr Wunderbaren; ihr nehmt sie wahr durch das innere Licht der Menschen, ihr von lauterem Verstand.
5. Diese hohe Weisheit verkünde ich, o Erde, wenn die Rishi´s Ruhm suchen: Sie überholen im Laufe die beiden pünktlich und breit Dahineilenden.
6. Daß wir, o Mitra und Varuna, ihr mit den Augen Wandernde, und unsere Lohnherren in eurer umfassendsten, vielschützenden Herrschaft Zuflucht finden möchten.


5,67. An Mitra und Varuna


1. Wahrlich, so ist´s, ihr beiden Götter, ihr Söhne der Aditi, ihr habt die verehrungswürdige, hohe, euch bestimmte Stellung, ihr habt die höchste Herrschaft erreicht, Varuna, Mitra, Aryaman.
2. Wenn ihr euch in den goldenen Schoß setzet, Varuna, Mitra, die Erhalter der Völker, so gewähret eure Gunst, ihr Überlegene!
3. Denn Varuna, Mitra, Aryaman, die Allwissenden, gehen alle ihren Geboten nach wie der Verfolger den Fußspuren. Sie behüten den Sterblichen vor Schaden.
4. Denn sie sind die Wahrhaften, die sich an das Rechte halten, rechthandelnd gegen jedermann, gute Führer, gabenschön, auch aus Bedrängnis einen Ausweg schaffend.
5. Wer von euch ist noch ungepriesen, o Mitra, oder ist es Varuna unter euren Personen? Darum wendet sich das Gedicht gerade an euch, wendet sich das Gedicht von Seiten der Atri´s an euch.


5,68. An Mitra und Varuna


1. Stimmt den Gesang für Mitra und Varuna an mit eurem beredten Lobe! Ihr beiden Träger der großen Herrschaft höret die Wahrheit!
2. Die Allherscher, die in Schmalz gebettet sind, Mitra und Varuna, beide Götter stehen bei den Göttern in Ehren.
3. Erwirket uns beide großen irdischen und himmlischen Reichtum! Groß ist eure Macht unter den Göttern.
4. Indem beide das Gesetz nach dem Gesetz hegen, haben sie eifrige Tatkraft erlangt. Ohne Trug gedeihen die zwei Götter.
5. Den Himmel lassen sie regnen, die Wasser fließen, die Herren der Labe, die die Himmelsgabe bringt; sie haben ihren großen Hochsitz eingenommen.


5,69. An Mitra und Varuna


1. Die drei Lichträume und die drei Himmel, die drei Lufträume erhaltet ihr, Mitra und Varuna, die Herrschererscheinung erhöhend, über das unverwelkliche Gesetz wachend.
2. Eure Milchkühe sind labungsreich, o Varuna, eure Ströme geben süße Milch, o Mitra. Drei herrliche Stiere stehen als die Besamer der drei Dhisana´s verteilt.
3. Am Morgen rufe ich die Göttin Aditi, am Mittag, bei Sonnenaufgang, um Reichtum euch vollzählig, Mitra und Varuna; ich flehe um Glück und Segen für den leiblichen Samen.
4. Die ihr, die himmlischen Aditisöhne, die Erhalter der Lichtwelt und der irdischen Welt seid, eure feststehenden Gebote beeinträchtigen nicht die unsterblichen Götter, o Mitra und Varuna.


5,70. An Mitra und Varuna


1. Da ja eure Gnade gewiß mehr als ausgedehnt ist, o Varuna, so möchte ich eure Gunst gewinnen, o Mitra.
2. Euch, ihr nie Trügende, euer Labsal möchten wir vollständig zu genießen bekommen. Wir möchten die sein, ihr zwei Rudra´s.
3. Schützet uns, ihr zwei Rudra´s, mit euren Schützern und errettet uns als gute Retter! Wir möchten mit unseren Leibern die Dasyu´s überwinden.
4. Wir möchten nicht die Heimlichkeit irgend eines am eigenen Leibe zu spüren bekommen, nicht an der Nachkommenschaft, nicht an den leiblichen Kindern, ihr von unbegreiflicher Einsicht.


5,71. An Mitra und Varuna


1. Kommt mit Eifer zu uns, ihr überlegenen Varuna und Mitra, zu diesem angenehmen Opfer!
2. Denn über alles herrscht ihr einsichtigen Varuna und Mitra. Befruchtet unsere Gedanken, die ihr das vermöget!
3. Kommt zu unserem Preßtrank, Mitra und Varuna, zu dem Saft des Opfernden, um diesen Soma zu trinken!


5,72. An Mitra und Varuna


1. Wir opfern wie Atri dem Mitra und Varuna mit Lobreden. Setzet euch beide auf das Barhis zum Somatrank!
2. Durch euer Gebot seid ihr Friedenserhalter, von Rechts wegen einet ihr die Völker. Setzet euch beide auf das Barhis zum Somatrank!
3. Mitra und Varuna mögen an unserem Opfer Wohlgefallen haben, um gern zu kommen. Sie sollen sich beide auf das Barhis setzen zum Somatrunk!







6. Gruppe        Lieder an die Asvin


5,73. An die Asvin


1. Wenn ihr Asvin heute in der Ferne, wenn ihr in der Nähe seid, oder wenn ihr vielmals Vielnützende im Luftreich seid, so kommt her!
2. Hierher mögen die beiden gar Vielseitigen kommen, die viele Meisterkünste mit sich führen. Ich wende mich an die beiden Reichen als Bittsteller; ich rufe sie an, die am meisten zum Nutzen dienen.
3. Das eine Rad des Wagens - zum Staunen erstaunlich - habt ihr zurückgehalten; mit dem anderen flieget ihr über die nahusischen Geschlechter, mit Macht über die Räume hinweg.
4. Das habt ihr fein mit ihm getan, was bei allen Geschlechtern von euch gepriesen wird. An verschiedenen Orten ohne Makel geboren habt ihr mit uns Freundschaft geschlossen.
5. Wenn Surya euren Wagen besteigt, den immer schnell fahrenden, dann halten eure rötlichen Vogelrosse die Gluten von sich ab, daß sie nicht versengen.
6. Euer gedenkt Atri mit Wohlwollen im Herzen, ihr Herren, da er nach eurem tadellosen Milchtrank mit dem Munde hastig fuhr, ihr Nasatya´s.
7. Euer gewaltiger Buckelochse ist im Lauf; man hört sein Getrappel auf den Fahrten, wenn euch Atri durch seine Meisterkünste hervorbringen wird, ihr Herren Asvin.
8. Die von Süßigkeit Überquellende kommt fein mit, ihr Süßes liebenden Rudra´s. Wann ihr übers Meer fahret, werden euch gekochte Stärkungen aufgetragen.
9. In Wahrheit heißen sie euch ja die Heilsamen, ihr Asvin. Ihr seid auf der Fahrt die Fahrtgerufensten, auf der Fahrt die Barmherzigsten.
10. Diese erbaulichen Worte sollen den Asvin recht wohltuende Stärkungen sein, die wir wie Wagen gezimmert haben. Wir haben sie als hohe Huldigungen gesprochen.


5,74. An die Asvin


1. Wo seid ihr Götter Asvin heute, ihr Söhne des Himmels, ihr Gedankenreichen? Das sollet ihr Schatzreiche hören; Atri wünscht euch her.
2. Wo sind die zwei? Wo im Himmel hört man von den Göttern Nasatya´s? Bei welchem Volke sucht ihr heute Anschluß? Wer hält euch fest im Bereich der Flüsse?
3. Zu wem fahret ihr, zu wem geht ihr? Zu wem schirret ihr den Wagen? An wessen erbaulichen Reden erfreuet ihr euch? Wir wünschen, daß ihr gern kommet.
4. Denn ihr belebet auch den im Wasser schwimmenden Paura vollauf, ihr Vollaufbesitzer, wenn ihn zur Gefangenschaft wie einen Löwen in der Falle -
5. Dem gealterten Cyavana nehmet ihr die Leibeshülle wie ein Gewand ab. "Jung, wenn ihr ihn wieder macht, geht er auf das Verlangen seiner Frau ein."
6. Hier ist ja euer Lobsänger. Wir können uns euch zu Ehren sehen lassen. Nun höret auf mich, kommt her mit euren Gnaden, ihr Lohnreiche!
7. Wer unter den vielen Sterblichen hat euch heute für sich gewonnen? Welcher Redekundige euch, für welche die Redekundigen eine Anziehungskraft haben, wer mit seinen Opfern, ihr Lohnreiche?
8. Euer Wagen, der bestfahrende unter den Wagen, soll kommen, ihr Asvin, über gar viele Räume zu uns strebend, er der Preis unter den Sterblichen.
9. Unser rühmliches Gedenken soll euch recht zusagen, ihr Süßesliebende. Flieget herwärts mit den Vogelrossen wie zwei Falken, ihr Einsichtsvolle!
10. O Asvin, wenn ihr jemals auf diesen Ruf hören solltet, so wisset: Gute Genüsse sind fein für euch da; es tränken euch die feinen Getränke.


5,75. An die Asvin


1. Euren Wagen, den liebsten, bullenhaften, schätzebringenden erwartet euer Lobsänger, der Rishi, mit Lobgesang, ihr Asvin. - Ihr Süßesliebende, erhöret meinen Ruf!
2. Kommet, o Asvin, an allen Reden vorbei, auf daß ich gewinne. Ihr Meister mit goldenen Rädern, ihr Gnädigen, mit Sindhu fahrend, - ihr Süßesliebende, erhöret meinen Ruf!
3. Kommet her zu uns, ihr Asvin, Kleinode bringend, ihr zwei Rudra´s mit goldenen Rädern, gern ihr Lohnreichen - ihr Süßesliebende, erhöret meinen Ruf!
4. Die Stimme des trefflichen Sängers ist als Mahnstimme auf euren Wagen gelegt, ihr Schätzereichen. Und das hochragende Tier, das erstaunliche, macht euch Kräfte - ihr Süßesliebende, erhöret meinen Ruf!
5. Zwei Wagenfahrer aufmerksamen Sinnes, eifrig, auf den Ruf hörend, fahret ihr mit den Vogelrossen herab zu Cyavana, dem Aufrichtigen - ihr Süßesliebende, erhöret meinen Ruf!
6. Die wunschgeschirrten, fleckfarbigen Rosse, die Vögel sollen euch, ihr Herren Asvin, herfahren mit euren Gnaden zum Trank - ihr Süßesliebende, erhöret meinen Ruf!
7. Asvin! Kommt hierher! Nasatya´s, wendet euren Blick nicht ab! Machet eure Rundfahrt an den Nebenbuhlern vorbei, um den Edlen aufzusuchen, ihr Untrügliche - ihr Süßesliebende, erhöret meinen Ruf!
8. Bei diesem Opfer achtet ihr untrüglichen Herren der Schönheit auf den Sänger! Ihr achtet auf den schutzsuchenden Lobredner, o Asvin - ihr Süßesliebende, erhöret meinen Ruf!
9. Die Usas mit dem hellfarbigen Tier ist erschienen, Agni ward zu rechter Zeit angelegt. Euer unsterblicher Wagen ward angeschirrt, ihr schätzereichen Meister - ihr Süßesliebende, erhöret meinen Ruf!


5,76. An die Asvin


1. Agni beleuchtet das Antlitz der Usas; der Redekundigen Worte sind gottwärts gehend emporgestiegen. Kommt nunmehr herbei hierher, ihr zwei Wagenfahrer, zu dem quellenden Milchtrank, ihr Asvin!
2. Nicht verfehlen sie den bestimmten Ort, die häufigsten Besucher. Die Asvin sind jetzt zugegen, hier besungen, am Tage, am Abend mit ihrer Gnade am ehesten der Not begegnend und dem Opferwilligen gar gewogen.
3. Kommet auch zur Melkzeit, früh am Morgen, um Mittag, bei Aufgang der Sonne, am Tage, des Nachts mit wohltuendster Gnade! Nicht hat jetzt der Trank die Asvin warten lassen.
4. Denn das ist schon längst euer Ort, eure Heimat, dieses Haus, ihr Asvin, diese Wohnung. Kommet zu uns vom hohen Himmel, vom Gebirge, von den Gewässern, Labung und Stärkung mitbringend!
5. Wir möchten der neuesten erfreulichen Gnade und der guten Führung der Asvin teilhaft werden. Bringet uns Reichtum und Söhne, alle Glücksgüter mit, ihr beiden Unsterblichen!


5,77. An die Asvin


1. Opfert den Frühkommenden zuerst; sie sollen vor dem mißgünstigen Geier trinken, denn am Morgen empfangen die Asvin ihr Opfer. Die Seher preisen die Götter, denen der erste Opferanteil gebührt.
2. Opfert am Morgen, treibt die Asvin zur Eile - zur Abendzeit gelangt das Opfer nicht zu den Göttern, weil es da unwillkommen ist. Auch opfert ein anderer außer uns, wenn es Morgen geworden ist. Je früher der Opfernde daran ist, desto mehr gewinnt er.
3. Mit goldener Decke, honigfarben, schmalzbedeckt rollt euer Wagen heran, Stärkungen mit sich führend, gedankenschnell, mit Windeseile, mit dem ihr Asvin über alle Fährlichkeiten hinwegkommt.
4. Wer für die Nasatya´s am meisten angerichtet hat, wer das Beste spendet bei der Verteilung der Speise, der bringt seine Nachkommenschaft glücklich durch mit seinen frommen Leistungen. Er möge jederzeit die überbieten, deren Flamme nicht emporschlägt.
5. Wir möchten der neuesten erfreulichen Gnade und der guten Führung der A?vin teilhaft werden. Bringet uns Reichtum und Söhne, alle Glücksgüter mit, ihr beiden Unsterblichen!


5,78. An die Asvin


1. Asvin! Kommet hierher! Nasatya´s, wendet euren Blick nicht ab! Gleich Gänsen flieget zum Somasaft!
2. Asvin! Wie Gazellen, wie Büffel zur Weide, gleich Gänsen flieget zum Somasaft!
3. Asvin, lohnreiche! Findet an meinem Opfer Wohlgefallen, um gern zu kommen! Gleich Gänsen flieget zum Somasaft!
4. Als Atri in den Glutofen hinabstieg und euch anrief wie eine Frau in Kindesnöten, da kamet ihr Asvin mit des Falken frischer, glückbringendster Eile herbei.
5. "Tu dich auf, o Baum, wie der Schoß der Kreisenden! Höret, ihr Asvin, meinen Ruf und befreiet den Saptavadhri!"
6. Dem geängstigten, in Not befindlichen Rishi Saptavadhri klemmet ihr Asvin durch Zauberkünste den Baum auf und zu.
7. Wie der Wind allerwärts den Lotusteich bewegt, so soll sich deine Leibesfrucht regen, sie soll zehn Monate alt herauskommen.
8. Wie sich der Wind, wie der Wald, wie das Meer bewegt, so geh du Zehnmonatskind samt der Nachgeburt ab!
9. Nachdem der Knabe zehn Monate in der Mutter gelegen hat, soll er lebendig, unversehrt, lebendig aus der Lebenden herauskommen!







7. Gruppe        Lieder an verschiedene Gottheiten


5,79. An Usas


1. Weck uns heute, o Usas, zu großem Reichtum, du die Glanzreiche, wie du uns sonst bei Satyasravas Vayya geweckt hast, du Edelgeborene, Roßeschenkende.
2. Die du aufgeleuchtet bist über Sunitha, des Sucadratha Sohn, o Himmelstochter, leuchte du über dem mächtigeren Satyasravas Vayya auf, du Edelgeborene, Rosseschenkende!
3. Leuchte du uns heute schätzebringend auf, o Himmelstochter, die du bei dem mächtigeren Satyasravas Vayya aufleuchtetest, du Edelgeborene, Rosseschenkende.
4. Die Opferleiter, die dich mit Lobliedern begrüßen, du Erstrahlende, diese sollen mit ihren Gaben, du Gabenreiche, die glückgesegneten, reichbelohnenden Schenker beschenken, du Edelgeborene, Rosseschenkende.
5. Denn sooft auch diese Sängerchöre dir zur Beschenkung würdig erscheinen, haben sie willig den Abschluß gemacht, indem sie ein anständiges Geschenk gaben, du Edelgeborene, Rosseschenkende.
6. Diesen freigebigen Herren mögest du gabenreiche Usas den Ruhm vieler Söhne bringen, die uns anständige Geschenke gewährt haben, die Freigebigen, du Edelgeborene, Rosseschenkende!
7. Ihnen bring, o gabenreiche Usas, hohen Glanz und Ruhm mit, den freigebigen Herren, die uns Geschenke von Rossen und Rindern zuteilten, du Edelgeborene, Rosseschenkende!
8. Und bring uns Nahrung nebst Kühen, o Himmelstochter, zugleich mit den Strahlen der Sonne, mit den hellen, brennenden Gluten des Feuers, du Edelgeborene, Rosseschenkende!
9. Leuchte auf, Tochter des Himmels, zieh dein Werk nicht in die Länge, damit dich nicht wie einen betrügerischen Dieb die Sonne mit ihrer Glut versenge, du Edelgeborene, Rosseschenkende.
10. So viel oder noch mehr vermagst du, Usas, zu schenken, die du, Erstrahlende, für die Sänger nie abnimmst, wenn du aufleuchtest, du Edelgeborene, Rosseschenkende.


5,80. An Usas


1. Die Göttin Usas, die hohe, die in glänzender Auffahrt nach der Ordnung ordnungsgemäß in rötlicher Farbe erstrahlt, die die Sonne bringt, wachen die Redekundigen mit ihren Gedichten heran.
2. Sie, die Gerngesehene, die die Leute weckt und die Wege gangbar macht, geht voraus auf hohem Wagen, die Hohe, Allbewegende. Die Usas hält im Anbeginn der Tage ihr Licht hoch.
3. Sie hat mit roten Rindern den Wagen bespannend, ohne Unfall, ohne sich abbringen zu lassen, Reichtum gewonnen. Die Göttin, die zu guter Fahrt die Wege bahnt, die Vielgepriesene, Vielbegehrte erstrahlt.
4. Sie, die Buntfarbige, wird doppeltgroß, wenn sie im Osten ihren Leib enthüllt. Sie wandelt richtig den Weg der Ordnung; wie eine Wegekundige verfehlt sie nicht die Richtungen.
5. Sie ist wie eine Schöne sich ihres Körpers bewußt; sie steht wie eine Badende aufgerichtet da, um sich beschauen zu lassen. Die Anfeindungen, die Finsternis vertreibt sie; mit ihrem Lichte ist Usas, die Himmelstochter, gekommen.
6. Sie, die Himmelstochter, kommt den Männern entgegen; wie eine schöne Frau entblößt sie die Brust. Indem sie ihre begehrenswerten Sachen dem Opferer enthüllt, hat die Jugendliche wiederum wie früher Licht gemacht.


5,81. An Savitri


1. Sie spannen den Geist an, und sie spannen die Gedanken an, die redekundigen, die die Reden auf den Hohen, den Redekundigen kennen. Er ganz allein bestimmt die Opfer als zeitkundiger. Groß ist das Lob des Gottes Savitri.
2. Alle Gestalten legt der Seher an. Zweifüßlern und Vierfüßlern hat er jetzt Gutes zugewiesen. Savitri, der Vorzügliche, hat jetzt nach dem Himmelsraum Ausblick gehalten; nach der Ausfahrt der Usas führt er das Regiment.
3. Dessen Ausfahrt die anderen Götter folgten, der Hoheit des Gottes durch seine Kraft, der die irdischen Räume durchmessen hat mit seiner Größe, dieser Gott Savitri, der Etasa.
4. Und du kommst zu den drei Lichtreichen, o Savitri, und wohnst mit den Strahlen der Sonne zusammen, und du umkreisest auf beiden Seiten die Nacht, und du bist nach deinen Eigenschaften der Mitra, o Gott.
5. Und du allein hast die Macht anzuweisen, und du bist der Pusan durch deine Fahrten, o Gott. Und diese ganze Welt regierest du. Syavasva hat dir ein Loblied, o Savitri, zustande gebracht.


5,82. An Savitri


1. Dieses Labsal des Gottes Savitri erbitten wir für uns; wir möchten den höchsten, alles gewährenden Vorzug des Bhaga erlangen.
2. Denn dieses Savitri gar selbstherrliches beliebtes Selbstregiment schmälern sie nicht im geringsten.
3. So möge denn Savitri, der Gott des Glücks, dem Opferspender Schätze zuweisen. Ihn bitten wir um ein ansehnliches Teil.
4. Mögest du, Gott Savitri, uns heute kinderreiches Glück zuweisen. Weise üblen Traum ab!
5. Weise alle Gefahren ab, Gott Savitri. Was Glück bringt, das weise uns zu!
6. Schuldlos vor Aditi möchten wir nach des Gottes Savitri Bestimmung alles Gute empfangen.
7. Den wahren Herrn über alle Götter erwählen wir heute mit wohlgesetzten Worten, den Savitri, dessen Bestimmungen in Erfüllung gehen;
8. Der diesen beiden Tageshälften unentwegt vorangeht, Gott Savitri, der Wohlbedenkende;
9. Der alle diese Geschöpfe mit seinem Weckruf anruft, wenn Savitri seine Weisungen gibt.


5,83. An Parjanya


1. Rufe mit diesen Lobesworten den Starken an, preise Parjanya, bitte ihn unter Verbeugung her! Brüllend legt der rasch gewährende Bulle seinen Samen als Keim in die Pflanzen.
2. Er zerschlägt die Bäume und erschlägt die Unholde; die ganze Welt hat vor ihm Furcht, der die große Waffe führt. Auch der Schuldlose geht dem Bullenstarken aus dem Wege, wenn Parjanya donnernd die Übeltäter erschlägt.
3. Wie der Wagenfahrer mit der Peitsche auf die Rosse schlagend, läßt er seine Regenboten erscheinen. Von Ferne erheben sich die Donnerlaute des Löwen, wenn Parjanya das regenbringende Gewölk macht.
4. Die Winde wehen los, Blitze fallen, die Pflanzen richten sich auf, die Sonne quillt über. Jedwedem Wesen wird Erquickung, wenn Parjanya mit seinem Samen der Erde aufhilft.
5. Bei dessen Walten die Erde sich neigt, bei dessen Walten alles, was Hufe hat, hüpft, bei dessen Walten die bunten Pflanzen sprießen, du Parjanya, gewähre uns deinen großen Schutz!
6. Ihr Marut, spendet uns des Himmels Regen, lasset des Hengstes Strahlen hervorquellen. Komm näher mit diesem Gedonnere, die Wasser herabgießend, unser Vater Asura!
7. Brülle, donnere, leg den Keim, fliege herum mit deinem Wasserwagen! Zieh tüchtig den aufgebundenen Schlauch nach unten! Höhen und Niederungen sollten gleich werden.
8. Zieh den großen Eimer empor, gieß ihn aus! Entfesselt sollen die Bäche vorwärts eilen. Netze Erde und Himmel mit Schmalz! Den Kühen soll eine gute Tränke werden.
9. Wenn du, Parjanya, brüllend, donnernd die Bösewichter erschlägst, so jubelt dir alles, was da auf Erden ist, zu.
10. Du hast regnen lassen, hör auch fein auf! Du hast die Wüsten passierbar gemacht, du hast die Pflanzen zur Speisung hervorgebracht und fandest für die Geschöpfe ein Dankgebet.


5,84. An die Erde


1. Wahrlich, so ist´s: Du trägst den Druck der Berge, o Erde, die du den Boden erquickest, du Flußreiche, durch deine Macht, du Mächtige.
2. Von dir hallen allnächtlich die Lobgesänge wider, du Wandelbare, die du den Erguß des Himmels fortschleuderst wie der Hengst die treibende Brunst, du Silberglänzende.
3. Die du selbst fest die Bäume mit Stärke im Boden festhältst, wenn deiner Wolken Blitze blitzen, und die Regengüsse des Himmels regnen.


5,85. An Varuna


1. Dem Allkönig stimme ein erhabenes, tiefsinniges Erbauungslied an, ein liebes dem berühmten Varuna, der die Erde zum Teppich für die Sonne auseinandergeschlagen hat wie der Zurichter die Tierhaut.
2. Über den Bäumen hat Varuna die Lüfte ausgebreitet, in die Rennpferde hat er den Sieg, in die Kühe die Milch gelegt, ins Herz die Überlegung, ins Wasser den Agni, an den Himmel die Sonne, auf den Berg den Soma gesetzt.
3. Varuna goß den Schlauch mit der Öffnung nach unten in beide Welten und den Luftraum aus; damit durchnetzt der König der ganzen Welt den Erdboden, wie der Regen das Korn.
4. Er netzt den Boden, Erde und Himmel. Wenn Varuna gemolken haben will, dann kleiden sich die Berge in Gewölk und kraftbewußte Männer lockern das Kleid.
5. Dieses große Kunststück des berühmten asurischen Varuna will ich fein verkünden, der in der Luft stehend wie mit dem Meßstab die Erde mit der Sonne abgemessen hat.
6. Auch dieses große Kunststück des weisesten Gottes wagt keiner anzutasten, daß die glitzernden Ströme, wenn sie sich ergießen, das eine Meer mit ihrem Wasser nicht füllen.
7. Wenn wir, o Varuna, einem wie Aryaman oder Mitra Befreundeten oder wenn wir dem, der allezeit ein Kamerad ist, oder einem Bruder oder einem Insassen - sei es einem Angehörigen oder Fremden - irgend ein Unrecht getan haben, so nimm das von uns, o Varuna!
8. Wenn wir wie Spieler bei dem Spiele betrogen haben, ob wir es gewiß wissen, ob nicht, all das löse von uns wie lockere Bande, o Gott! So mögen wir deine Lieblinge sein, o Varuna.


5,86. An Indra und Agni


1. Indra und Agni! Welchen Sterblichen ihr beide in den Kämpfen begünstiget, der wird auch die verschlossenen Herrlichkeiten erbrechen wie Trita die Stimmen.
2. Die beide in den Schlachten kaum überwindbar, die in den Kämpfen ruhmwürdig, welche die fünf Völker überragen, Indra und Agni rufen wir.
3. Wuchtig ist dieser beider Kraft; scharf das Geschoß der Gabenreichen. Mit dem Holzschaft fährt es dem Vritratöter auf der Jagd nach Kühen in die Hände zurück.
4. Euch beide rufen wir im Rennen der Wagen an, Indra und Agni, die Herren der vorzüglichen Gabe, die Kundigen, Lobliebendsten.
5. Sie nehmen Tag um Tag an Stärke zu, die beiden Götter, die gegen den Sterblichen ohne Trug sind. Obwohl sie schon Würdenträger sind, stelle ich sie an die Spitze, beide Götter sind wie zwei Gewinnanteile für ein Rennpferd.
6. Also wurde Indra und Agni ein anreizendes Opfer dargebracht, durch die Preßsteine gepreßt, wie Schmalz geklärt. Sichert also den Lohnherren hohen Ruhm, Reichtum den Lobsängern, sichert den Lobsängern Speisegenuß!


5,87. An die Marut


1. Zum großen Vishnu in Gesellschaft der Marut sollen sich eure Gedanken aufmachen - er ist der Berggeborene, mit dem die Marut gern kommen - zu der opferliebenden Heerschar mit schönen Spangen, zu der starken Macht, die einen Lobredner sucht, von lärmendem Treiben.
2. Die groß geboren sind und die von selbst mit Bewußtsein sich künden - Vishnu ist der, mit dem die Marut gern kommen. Diese eure Macht ist nicht durch Einsicht zu erzwingen, ihr Marut; an Freigebigkeit und Größe ist diese ihre Macht unerzwinglich wie die Berge.
3. Die sich mit ihrem Loblied vom hohen Himmel her vernehmbar machen, die Schönflammenden, Stattlichen - Vishnu ist der, mit dem die Marut gern kommen - an deren Aufenthalt kein Mächtiger gebietet, von selbst blitzend wie die Feuer kommen die raschen Wagen der Brausenden hervor.
4. Der Weitschreitende ist von dem hohen gemeinsamen Sitz ausgeschritten, er, mit dem die Marut gern kommen. Wenn er in eigner Person von ihrem Stande weg angespannt hat und über die Höhen die wetteifernden ausgezeichneten Rosse lenkt, so kommt der Glückmehrende mit seinen Mannen.
5. Gewaltig wie euer Brausen macht der schreckhafte, eilende, starke Bulle erbeben, mit dem die Marut gern kommen, mit dem sie siegend sich auszeichnen, selbstleuchtend, mit straffen Zügeln, goldig, schönbewaffnet, Pfeile führend.
6. Eure unbegrenzte Größe, ihr Hochmächtigen, eure schreckhafte Macht soll gnädig sein - Vishnu ist der, mit dem die Marut gern kommen - denn als Wagenfahrer seid ihr in eurem Ansturm zu sehen. Bewahret uns vor Tadel, wie das Feuer flammend!
7. Die Rudrasöhne, die freigebigen, wie Agni glanzreichen sollen gnädig sein - Vishnu ist der, mit dem die Marut gern kommen -. Der irdische Sitz hat sich lang und breit ausgedehnt, wenn bei ihren Aufzügen die Heerscharen des großen Vishnu, bei denen Sünden unbekannt sind, herankommen.
8. Ohne Feindseligkeit nehmet, o Marut, euren Weg zu uns, erhöret den Ruf des Sängers - Vishnu ist der, mit dem die Marut gern kommen -. Ihr einmütigen Mannen des großen Vishnu, haltet gleichmäßig die Anfeindungen abseits wie Wagenlenker mit Geschick!
9. Kommet zu unserem Opfer nebst gutem Werkdienst, ihr Opferwürdige, höret auf den Ruf ohne Arg - Vishnu ist der, mit dem die Marut gern kommen -. Wie die höchsten Berge in den Luftraum ragend, solltet ihr Klugen für den Tadler dieses Sängers unerträglich sein.